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FAQ - häufige Fragen zu FAIRTRADE
FAIRTRADE setzt sich für gerechtere Preise und faire Handelsbedingungen für die Bäuerinnen und Bauern in den sogenannten Entwicklungsländern ein und unterstützt PlantagenarbeiterInnen bei der Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen. Durch den fairen Mindestpreis, den die Unternehmen für die Produkte zahlen müssen, sowie durch Bioaufschläge und die Prämie für Soziales, Infrastruktur und Bildung bekämpft FAIRTRADE die Ungerechtigkeit des konventionellen Handels, der typischerweise die ärmsten und schwächsten ProduzentInnen am meisten benachteiligt. FAIRTRADE ermöglicht es ihnen, ihre Stellung zu stärken und ihre Lebensgrundlage zu verbessern.
Der Verein FAIRTRADE Österreich ist eine Entwicklungsorganisation, die Armut und Ungerechtigkeit des Handels bekämpft. Sie ist Mitglied der Dachorganisation Fairtrade International (FLO). FAIRTRADE Österreich arbeitet mit Unternehmen, der Zivilgesellschaft und Einzelpersonen zusammen, um die Stellung der Produzentenorganisationen und deren Gemeinden in den so genannten Entwicklungsländern zu verbessern. Die Zertifizierung und Produktbesiegelung durch das FAIRTRADE-Gütesiegel sind die wichtigsten Instrumente zur Erreichung dieser Entwicklungsziele. FAIRTRADE ist wirkungsvolle Entwicklungszusammenarbeit.
Das FAIRTRADE-Gütesiegel ist ein unabhängiges Gütesiegel auf vielen österreichischen und internationalen Produkten. Es zeigt an, dass diese Produkte nach den international vereinbarten FAIRTRADE-Standards zertifiziert wurden. Diese schreiben die Einhaltung von sozialen, ökologischen und ökonomischen Kriterien zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Kleinbauernfamilien und lohnabhängigen ArbeiterInnen vor. Das FAIRTRADE-Gütesiegel wird in 20 Ländern verwendet, die weltweit mit dem Produzentennetzwerk von Fairtrade International (FLO) zusammenarbeiten.
Der FAIRTRADE-Mindestpreis ist der niedrigste mögliche Preis, den ein Unternehmen für ein Produkt an die Produzentenorganisation bezahlt. Der Mindestpreis wird auf der Grundlage eines Beratungsprozesses festgelegt, in den FAIRTRADE-ProduzentInnen und HändlerInnen einbezogen werden, und der die durchschnittlichen Kosten einer nachhaltigen Produktion decken kann. Steigt der Marktpreis über den FAIRTRADE-Mindestpreis, so erhalten die Kleinbauernkooperativen den Marktpreis.
Hierbei handelt es sich um Gelder, die zusätzlich zum FAIRTRADE-Mindestpreis gezahlt werden, und die in soziale, Umwelt- und wirtschaftliche Gemeinschaftsprojekte gesteckt werden. Über ihre Verwendung entscheidet ein Produzentenkomitee oder eine Arbeitervertretung, der Joint Body, innerhalb der Organisation demokratisch.
FLO-CERT ist für Inspektionen und den Zertifizierungsprozess von Produzentenorganisationen nach FAIRTRADE-Standards zuständig. Detaillierte Informationen zum Antragsverfahren und zum System selbst finden Sie auf der Website der Fairtrade Labelling Organizations International.
Wer Produkte mit dem FAIRTRADE-Gütesiegel kauft, unterstützt mit seinem Kauf nachweislich Produzentenorganisationen, wie Kleinbauern-Kooperativen und ArbeiterInnen aus Plantagen, in Entwicklungsländern. Bei den meisten Produkten - derzeit mehr als 75% - ist eine direkte Verfolgbarkeit zum Ursprung gegeben: das Produkt mit dem FAIRTRADE-Gütesiegel kann in jeder Phase der Produktion und Verarbeitung von „nicht‐FAIRTRADE“‐Produkten getrennt weiterverarbeitet werden. Das ist ua. bei Kaffee, Bananen, Rosen, Baumwollprodukten, Reis, Nüssen, Trockenfrüchten oder Honig der Fall. Auch bei kleineren Unternehmen, wie bei der Schokolade-Manufaktur Zotter, die selbst 100% FAIRTRADE-Produkte weiterverarbeiten, ist die direkte Rückverfolgbarkeit gegeben.
Es gibt Ausnahmen für Produkte, bei denen die Produzentenorganisationen entweder keine Kontrolle über die Weiterverarbeitung ihrer Rohstoffe haben, oder auch eine getrennte Verarbeitung in den jeweiligen Fabriken weder aus ökonomischer noch aus logistischer Sicht sinnvoll wäre. Eine direkte Rückverfolgbarkeit ist in diesen Fällen nicht für alle Produktionsbereiche möglich, ohne dabei den Schwächsten in der Lieferkette - den Kleinbauern und –bäuerinnen sowie den ArbeiterInnen auf den Plantagen - zu schaden oder sie gar vom fairen Handel auszuschließen. Das kann Zucker, Tee oder Orangensaft und Schokolade betreffen. Die Rückverfolgbarkeit erfolgt in diesen Fällen indirekt über eine detaillierte Dokumentation, in der dargestellt wird, woher ein Produkt stammt und wohin es verkauft wurde. FLO‐CERT GmbH als unabhängige Zertifizierungsorganisation führt strenge Überprüfungen der Dokumente durch, um sicherzustellen, dass die äquivalente Menge von FAIRTRADE‐Produkten gekauft und verkauft wurde und verfolgt auf diese Weise die Menge durch die gesamte Lieferkette hindurch.
Links und Dateien zum Thema:
- Erfahren Sie in unserer Rubrik "Inspektion und Zertifizierung" mehr über die Sicherstellung der Rückverfolgbarkeit von FAIRTRADE-Produkten
- Grafiken zur Rückverfolgbarkeit
Das FAIRTRADE-Gütesiegel wurde ausdrücklich zur Unterstützung der am meisten benachteiligten Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sowie lohnabhängigen PlantagenarbeiterInnen in den Entwicklungsländern in Afrika, Asien, Latein- und Südamerika entwickelt. Es fungiert als Mittel zur nachhaltigen Entwicklung durch Handel. Wir sind uns bewusst, dass viele österreichische Bauern und Bäuerinnen sich mit Schwierigkeiten einer nachhaltigen Bezahlung konfrontiert sehen wie Bauernfamilien in anderen Teilen der Welt. Sie kämpfen nicht zuletzt ebenso darum, für ihre sozialen und umweltverträglichen Anbaumethoden ein angemessenes Entgelt zu erhalten. Daher unterstützen wir nachhaltige Produktionsmethoden österreichischer Bauernfamilien und Bioanbau. Unsere ausdrückliche Aufgabe und Definition unserer Produkt-Standards wird jedoch weiterhin die Unterstützung der Bauernkooperativen in den Entwicklungsländern sein.
Es bestehen jedoch auch einige grundlegende Unterschiede. So steht Bauernfamilien in Entwicklungsländern oft nur wenig Infrastruktur zur Verfügung, es fehlen Sozialversicherungssysteme oder sonstige Sicherheitsnetze, sofern sie für ihre Produkte keine angemessenen Preise erzielen können. Unsere FAIRTRADE-Standards und unsere sonstigen Hilfsmaßnahmen sind speziell darauf ausgerichtet, ProduzentInnen in Entwicklungsländern darin zu unterstützen, Armut durch Handel zu bekämpfen. Wenn wir unsere Aufmerksamkeit von diesem Ziel ablenken würden, könnte dies dazu führen, dass diesen Bauern und Bäuerinnen sowie lohnabhängigen ArbeiterInnen, für die das FAIRTRADE-System entwickelt wurde, die Vorteile nicht mehr zugute kämen.
Nicht unbedingt. Die FAIRTRADE-Standards setzen nachhaltige Anbaumethoden voraus, und für Produkte aus biologischem Anbau werden höhere Preise, sogenannte vorab fixierte Bioaufschläge, gezahlt. Außerdem werden die fix festgelegten FAIRTRADE-Prämien häufig dazu eingesetzt, die Bauernorganisationen in ökologisch nachhaltigen Anbaumethoden zu schulen, wie z. B. Kompostierung und die Verwendung recycelter Materialien. Dies unterstützt die Bauernfamilien darin, künftig auf kontrolliert biologischen Anbau umzustellen. In Österreich sind bereits 80% aller verkauften FAIRTRADE Produkte aus Bio-Anbau.
Es bestehen weitreichende Bedenken von Seiten der KonsumentInnen zum Thema GVO. Viele sorgen sich um die Risiken der Umweltverschmutzung, und es gibt Diskussionen darüber, dass die Abhängigkeit der ProduzentInnen von gentechnisch verändertem Saatgut die Vorteile, die diese Sorten mit sich bringen, zunichte machen. Die Umweltstandards und Richtlinien des FAIRTRADE-Systems verbieten den Bauernfamilien den Einsatz gentechnisch veränderten Saatgutes und bestärken sie darin, benachbarte Anbauflächen gut zu beobachten. Es ist jedoch für Kleinbauernfamilien nicht immer möglich, eine Kontaminierung von benachbarten Feldern auszuschließen. Daher werden FAIRTRADE-Produkte nicht als 100% GVO-frei gekennzeichnet. Der Einsatz von gentechnisch freiem Saatgut ist jedoch verpflichtend.
In den letzten Jahren wurden von Konsumentinnen und Konsumenten in Österreich verstärkt nachhaltige Produkte gekauft. Auch das Interesse an nachhaltig produzierten Blumen wird stetig größer. Um diese Blumen zu kennzeichnen sind eine Reihe von Labels und Initiativen entstanden, die jedoch zum Teil unterschiedliche Bedeutung haben. Der folgende Artikel stellt dar, wofür drei in Österreich verbreitete Labels und Initiativen stehen.
Das FAIRTRADE-Gütesiegel steht für:
- die direkte Verbesserung der Lebenssituation von ArbeiterInnen durch die FAIRTRADE-Sozialprämie
- die selbstbestimmte kollektive Verwendung der FAIRTRADE-Sozialprämie durch die ArbeiterInnen
- soziale Grundrechte durch die Umsetzung der ILO-Konventionen zum Schutz der ArbeiterInnen
- Transparente und demokratische Betriebsstrukturen
- Warenflusskontrolle von der Farm bis zum Verkaufspunkt
- jährliche Kontrollen durch unabhängige Dritte (FLO-Cert und unabhängige Wirtschaftsprüfer)
- die Umsetzung ökologischer Mindeststandards
- die kontinuierliche Verbesserung dieser Umweltstandards
- die Reduktion des Pestizideinsatzes und der Wechsel auf weniger toxische Produkte
- die Einhaltung notwendiger Sicherheitsmaßnahmen
FLP – FLOWER LABEL PROGRAM
FLP fokussiert auf die Einhaltung der Arbeits- und Menschrechte der Beschäftigen und verbessert dadurch, insbesondere durch existenzsichernde Löhne und überdurchschnittliche Sozialleistungen, die ökonomische Situation der ArbeiterInnen und ihrer Familien. Der Verein FLP zertifiziert auf Grundlage des Internationalen Verhaltenskodizes für die Schnittblumenproduktion Blumenfarmen weltweit. Der Kodex enthält soziale und ökologische Kriterien und basiert auf den relevanten Menschenrechtskonventionen, den Kernnormen und anderen relevanten Standards der ILO und der Rio-Deklaration über Umwelt und Entwicklung. Die Einhaltung der Kriterien und die ständige Verbesserung des Betriebs werden mindestens einmal jährlich durch unabhängige Institutionen überprüft. FLP-Schnittblumen verschiedener Sorten sind seit 2000 im österreichischen Fachhandel erhältlich. FIAN, die Menschenrechtsorganisation für das Recht sich zu ernähren, vertritt FLP und leistet vertiefende Menschenrechtsarbeit.
Charakteristika von FLP:
- Gütesiegel für Zierpflanzen seit 1998: bisher ausschließlich Schnittblumen
- Verschiedene Blumensorten erhältlich im Fachhandel
- Umsetzung von Umwelt- und Sozialstandards durch Zertifizierung von Produktionsbetrieben weltweit
- Kein Aufpreis - keine Prämie, extern finanzierte ArbeiterInnenbildungsprogramme
- Kontrolle der Produktion, Handel über die üblichen Handelswege
- Kooperation mit NRO und Gewerkschaften in Produktionsländern
- Beratung der Betriebe zur ständigen Verbesserung
- Förderung der Gleichbehandlung insbesondere von Frauen eigene Menschenrechts- und Gewerkschaftskammern im Verein FLP
- Beschwerdesystem für ArbeiterInnen
- Jährliche Inspektionen und unangekündigte Spotchecks auf Hinweis
Mehr Informationen auf:www.fairflowers.at (FLP)www.fian.at
FFP – FAIR FLOWERS FAIR PLANTS
FFP fokussiert auf ökologische Standards sowie auf ILO-Kernnormen. Die Kriterien enthalten keine spezifische entwicklungspolitische Komponente. FLP und FFP sind Siegel mit sozialen und ökologischen Standards für Blumen. Da menschen- und umweltrechtliche Missstände vor allem auf Blumenfarmen in Ländern des Südens auftreten, konzentriert sich FLP auf Verbesserungen in diesen Ländern, steht aber Farmen weltweit offen.
Mehr Informationen auf:
www.fairflowersfairplants.com
Was ist der Unterschied zwischen FAIRTRADE, FLP und FFP?
FAIRTRADE steht für wirkungsvolle Armutsbekämpfung durch faire Handelsbedingungen mit Produzentenorganisationen in Entwicklungsländern. Die Produzentenorganisationen investieren die zusätzliche FAIRTRADE-Prämie für Soziales, Infrastruktur und Bildung in dringend notwendige Bildungs-, Gesundheits- oder Umweltprojekte. FLP und FFP sind Siegel mit sozialen und ökologischen Standards für Blumen. Da menschen- und umweltrechtliche Missstände vor allem auf Blumenfarmen in Ländern des Südens auftreten, konzentriert sich FLP auf Verbesserungen in diesen Ländern, steht aber Farmen weltweit offen.
Die Gütesiegelinitiative FAIRTRADE fokussiert also auf die soziale Situation der Beschäftigten. Die Zielsetzung ist entwicklungspolitisch geprägt (Verbesserung der ökonomischen und sozialen Situation).
FLP fokussiert auf die Einhaltung der Arbeits- und Menschenrechte der Beschäftigten und verbessert dadurch, insbesondere durch existenzsichernde Löhne und überdurchschnittliche Sozialleistungen, die ökonomische Situation der ArbeiterInnen und ihrer Familien.
FFP fokussiert auf ökologische Standards sowie auf ICC / ILO-Kernnormen, die Kriterien enthalten jedoch keine spezifische entwicklungspolitische Komponente.
FLP ist konzeptionell FAIRTRADE deutlich ähnlicher als FFP. Beiden Programmen fehlen aber typische Elemente des FAIREN Handels, die für eine Klassifizierung als Programm des Fairen Handels im Sinne der Definition von F.I.N.E Voraussetzung sind. Auf diese gemeinsame Definition von Fair Trade einigten sich im Dezember 2001 die VertreterInnen von FLO (Fair Trade Labelling Organisations International), IFAT (International Federation of Alternative Trade), NEWS! (Network of European Worldshops) und EFTA (European Fair Trade Association)
„Der Faire Handel – Fair Trade – ist eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog,Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Er leistet einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung, indem er bessere Handelsbedingungen bietet und die Rechte benachteiligter ProduzentInnen und ArbeiterInnen - speziell in den Ländern des Südens - sichert. Fair Trade Organisationen engagieren sich – gestärkt durch VerbraucherInnen – aktiv für die Unterstützung der ProduzentInnen, für Bewusstseinsbildung und Kampagnenarbeit, um die Regeln und Praktiken des konventionellen Handels zu verändern.”
Die folgende Tabelle bietet eine Übersicht über die Kriterien der FAIRTRADE-Zertifizierung:
Kriterienkatalog |
|
|
|
Ökonomische Kritieren | |||
FAIRTRADE-Prämie | x |
| |
Langfristige Handelsbeziehungen | x | x |
|
Vorfinanzierung zu bankähnlichen Konditionen | x |
| |
Externe Finanzierung von Qualitätsverbesserungen | x |
| |
Soziale Kriterien | |||
Umsetzung der ILO Kern-Normen | x | x | x |
Externe Finanzierung sozialer Gemeinschaftsprojekte | x |
| |
Demokratische Strukturen in Produzentenorganisationen | x | x | |
ProduzenInnen entscheiden über Verwendung der FAIRTRADE-Prämie | x | |
|
Gezielte Frauenförderung | x |
| |
Formales Beschwerdesystem | x | x | |
Ökologische Kriterien | |||
Beachtet Liste in Europa verbotener Substanzen | x | x | x |
Beachtet EUREP GAP Vorschriften für Agrarprodukte | x | x | |
Förderung der biologischen Landwirtschaft | x | x |
|
Verbot gentechnisch veränderter Substanzen | x |
| |
Zertifizierungssystem | |||
Zertifizierung der Rohstoffe | x | x | x |
Unabhängige Zertifizierung | x | x | x |
Zertifizierung ist ISO 65 akkreditiert | x |
| |
Warenflusskontrolle über Dokumente | x | x | x |
Controlling | |||
Kontrolle des Geldflusses über Dokumente | x |
| |
Quelle: Label-Check 2009: Erstellung einer Vergleichsmatrix von Kriterien verschiedener Labels / Marken / Initiativen u.a. im Bereich Blumen (FAIRTRADE, Flower Label Program, Fair Flowers Fair Plants), Südwind – Die Agentur für Information und Bildung zu globalen Themen GesmbH. (Laudongasse 40, A 1080 Wien, Tel. +431 405 55 15, www.suedwind-agentur.at FN 152215 x, HG Wien). Erstellung der Studie: Oktober 2008 - März 2009
Nachhaltig produzierte Produkte werden von den österreichischen KonsumenInnen in den letzten Jahren verstärkt nachgefragt. Dieses gestiegene Interesse zeigt auch Auswirkungen auf die Textilbranche. Um die Textilien zu kennzeichnen sind Labels und Initiativen entstanden, die jedoch zum Teil unterschiedliche Bedeutung haben. Der folgende Artikel stellt dar, wofür zwei in Österreich verbreitete Labels und Initiativen stehen.
Das FAIRTRADE-Gütesiegel steht für:
- die Bezahlung eines festgelegten Mindestpreises für die BaumwollpflückerInnen, der die Produktionskosten deckt
- die direkte Verbesserung der Lebenssituation durch die FAIRTRADE-Sozialprämie
- die selbstbestimmte kollektive Verwendung der FAIRTRADE-Sozialprämie
- auf Wunsch die Vorfinanzierung der Ernte von 60 Prozent des Vertragspreises
- die Förderung der Diversifizierung in der Produktion, für den Eigenbedarf sowie für den Verkauf, um die Abhängigkeit von der Baumwolle zu verringern
- soziale Grundrechte durch die Umsetzung der ILO-Konventionen zum Schutz der ProduzentInnen
- das Verbot von Zwangs- und illegaler Kinderarbeit
- Transparente und demokratische Strukturen der Kooperative
- Warenflusskontrolle bis zum Verkaufspunkt
- jährliche Kontrollen durch unabhängige Dritte (FLO-Cert und unabhängige Wirtschaftsprüfer)
- langfristige und stabile Handelsbeziehungen
- die Umsetzung ökologischer Mindeststandards
- die kontinuierliche Verbesserung dieser Umweltstandards
- das Verbot gentechnisch veränderter Substanzen
- die Reduktion des Pestizideinsatzes und der Wechsel auf weniger toxische Produkte
COTTON MADE IN AFRICA
„Cotton made in Africa“ ist die Einhaltung der ILO-Kriterien und das Verbot gentechnisch veränderter Substanzen ein verpflichtendes Kriterium. „Cotton made in Africa“ bringt den ProduzentInnen bei Einhaltung der Kriterien eine Verbesserung gegenüber dem durchschnittlichen Ist-Zustand in Betrieben ohne Zertifizierung. Über höhere Erntemengen und Einsparungen beim Pestizideinsatz soll eine Steigerung der Einkommen der ProduzentInnen erreicht werden.
Mehr Informationen auf:
www.cotton-made-in-africa.com
Was ist der Unterschied zwischen FAIRTRADE und COTTON MADE IN AFRICA?
FAIRTRADE ist ein soziales Gütesiegel mit einem spezifischen Handelsmodell für Produkte aus Afrika, Asien und Lateinamerika. Mindestpreise und eine Sozialprämie, über deren Verwendung die ProduzentInnen mitbestimmen, ermöglicht Investitionen im sozialen Bereich.
„Cotton made in Afrika“ ist ein Programm für Baumwolle in Afrika. Diese Baumwolle wird unter verbesserten Umweltbedingungen sowie ökonomischen und sozialen Aspekten für die ProduzentInnen hergestellt. Dem Programm fehlen typische Elemente des FAIREN Handels, die für eine Klassifizierung als Programm des Fairen Handels im Sinne der gemeinsamen Definition von VertreterInnen von FLO (Fair Trade Labelling Organisations International), WFTO (World Fair Trade Organization), NEWS! (Network of European Worldshops) und EFTA (European Fair Trade Association) notwendig sind.
Die einheitliche Definition für den Fairen Handel wurde 2001 entwickelt: „Der Faire Handel – Fair Trade – ist eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Er leistet einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung, indem er bessere Handelsbedingungen bietet und die Rechte benachteiligter ProduzentInnen und ArbeiterInnen - speziell in den Ländern des Südens - sichert. Fair Trade Organisationen engagieren sich – gestärkt durch VerbraucherInnen – aktiv für die Unterstützung der ProduzentInnen, für Bewusstseinsbildung und Kampagnenarbeit, um die Regeln und Praktiken des konventionellen Handels zu verändern.”
Die folgende Tabelle bietet eine direkte Vergleichsmöglichkeit der zwei Baumwoll-Labels:
Kriterienkatalog |
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Ökonomische Kritieren | ||
Mindestpreis | x |
|
Sozialprämie | x |
|
Langfristige Handelsbeziehungen | x |
|
Vorfinanzierung zu bankähnlichen Konditionen | x |
|
Externe Finanzierung von Qualitätsverbesserungen |
| x |
Soziale Kriterien | ||
Umsetzung der ILO Kern-Normen | x | x |
Externe Finanzierung sozialer Gemeinschaftsprojekte | x |
|
Demokratische Strukturen innerhalb der Blumenfarmen | x |
|
ProduzentInnen entscheiden über Sozialprämien-Verwendung | x |
|
Gezielte Frauenförderung |
|
|
Formales Beschwerdesystem |
|
|
Ökologische Kriterien | ||
Beachtet Liste in Europa verbotener Substanzen | x |
|
Beachtet EUREP GAP Vorschriften für Agrarprodukte |
|
|
Förderung der biologischen Landwirtschaft | x |
|
Verbot gentechnisch veränderter Substanzen | x | x |
Zertifizierungssystem | ||
Zertifizierung der Rohstoffe | x |
|
Unabhängige Zertifizierung | x |
|
Zertifizierung ist ISO 65 akkreditiert | x |
|
Warenflusskontrolle über Dokumente | x |
|
Controlling | ||
Kontrolle des Geldflusses über Dokumente | x |
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Quelle: Quelle: Label-Check 2009: Erstellung einer Vergleichsmatrix von Kriterien verschiedener Labels / Marken / Initiativen ua .im Bereich Baumwolle (FAIRTRADE, Cotton made in Africa), Südwind – Die Agentur für Information und Bildung zu globalen Themen GesmbH. (Laudongasse 40, A 1080 Wien, Tel. +431 405 55 15, www.suedwind-agentur.at FN 152215 x, HG Wien). Erstellung der Studie: Oktober 2008 - März 2009
Zahlreiche Dachorganisationen entwickelten sich Ende der 80er und während der 90er Jahre, um die Positionen der ATOs (Alternative Handelsorganisationen) und der anderen AkteurInnen im Fairen Handel zu stärken und Kooperationen zu forcieren.
FLO (Fairtrade Labelling Organizations International)
www.fairtrade.net
FLO ist die Dachorganisation der nationalen Siegelinitiativen, zu denen auch FAIRTRADE Österreich gehört, und wurde 1997 gegründet.
WFTO (World Fair Trade Organization),
vormals IFAT (International Federation for Alternative Trade)
www.wfto.com
Die WFTO ist ein globales Netzwerk aus über 350 Fair-Handels Organisationen in mehr als 70 Ländern und vereint als einzige Dachorganisation sowohl ProduzentInnen, Importorganisationen, Handelsorganisationen, andere Dachorganisationen sowie Weltläden und ähnliche Einzelhandelsgeschäfte. Die WFTO organisiert regelmäßige Treffen zum Wissens- und Erfahrungsaustausch, vernetzt ATOs im Norden und im Süden, macht Bildungs- und Lobbying-Arbeit und arbeitet an der Entwicklung von international einheitlichen Kriterien für den fairen Handel mit.
EFTA (European Fair Trade Association)
www.eftafairtrade.org
Auf europäischer Ebene haben sich 1990 11 fair handelnde Importeure aus 9 Ländern (unter anderem die österreichische EZA Fairer Handel GmbH) formal als EFTA zusammengeschlossen, nachdem die einzelnen Organisationen bereits 10 Jahre in informellem Kontakt standen. Ziel der EFTA ist es, den Fairen Handel effizienter und effektiver zu machen. Dazu finden regelmäßige Treffen statt und bilaterale Kooperationen werden gefördert. Die zweite Aktivität bezieht sich auf Bewusstseinsbildung und Kampagnen-Arbeit, speziell auf EU-Ebene.
NEWS! (Network of European World Shops)
www.worldshops.org
NEWS! Ist das Netzwerk von 12 nationalen Weltläden-Vereinigungen, die über 2.500 Weltläden in Zentral- und Westeuropa vertreten. NEWS! Wurde 1994 gegründet und organisiert und koordiniert gemeinsame Kampagnen und Aktivitäten zur Bewusstseinsbildung sowie den jährlichen Europäischen Weltladen-Tag.
Die einheitliche Definition für den Fairen Handel:
Diese vier großen Dachorganisationen (FLO International, WFTO, NEWS! und EFTA) entwickelten im Dezember 2001 eine einheitliche Definition für den Fairen Handel:
"Der Faire Handel – Fair Trade – ist eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Er leistet einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung, indem er bessere Handelsbedingungen bietet und die Rechte benachteiligter ProduzentInnen und ArbeiterInnen - speziell in den Ländern des Südens - sichert. Fair Trade Organisationen engagieren sich – gestärkt durch VerbraucherInnen – aktiv für die Unterstützung der ProduzentInnen, für Bewusstseinsbildung und Kampagnenarbeit, um die Regeln und Praktiken des konventionellen Handels zu verändern."
Generell gilt: Das internationale FAIRTRADE-System setzt den Preis fest, der direkt an die Kooperativen bezahlt werden muss. FAIRTRADE hat jedoch keinen Einfluss auf die Preisgestaltung im Verkaufsregal.
Einige Organisationen, die auch Alternative-Handelsorganisationen genannt werden, widmen sich seit vielen Jahren ganz dem Fairen Handel, bevor die FAIRTRADE-Zertifizierung überhaupt ins Leben gerufen wurde. Eine Liste dieser Organisationen finden Sie bei WFTO vormals IFAT (International Federation for Alternative Trade).
Der Prozess hin zu international vereinbarten FAIRTRADE-Standards kann langwierig sein, und für viele Produkte, die diese Organisationen verkaufen, gibt es vielleicht noch keine Zertifizierungsstandards.
Aber es gibt auch Unternehmen, die den Anspruch erheben, fair gehandelte Produkte anzubieten, die jedoch nicht der unabhängigen Prüfung der FAIRTRADE-Zertifizierung unterliegen, und die nicht Mitglied eines anerkannten Netzwerks wie IFAT sind. Hier ist es wichtig nachzufragen, worauf sich diese Ansprüche gründen.
Wir sind der Meinung, dass es für ein Sozialsiegel, das einen Beitrag zur Bekämpfung der Armut auf dieser Welt leistet, von entscheidender Bedeutung ist, seine Glaubwürdigkeit und Integrität zu wahren. Unser Ziel ist eine Zusammenarbeit mit engagierten Firmen, die ein echtes Interesse zeigen, den Absatz für fair gehandelte Produkte zu steigern. Wenn Firmen also im notwendigen Ausmaß in Marketing, Werbung, und Konsumenteninformation investieren, schneiden sie mit ihren FAIRTRADE-Produkten auf dem Markt deutlich besser ab.
Wir haben auch Verständnis dafür, dass Unternehmen zuerst den Markt testen wollen, um dann, je nachdem wie die KonsumentInnen reagieren, den Umsatz im Laufe der Zeit zu erhöhen. Besonders im Falle von großen Konzernen ist es nicht realistisch zu erwarten, dass sie auf einen Schlag einen großen Teil ihres Angebotes auf FAIRTRADE umstellen, bevor es nachweislich eine ausreichende Nachfrage gibt und sie die Reorganisation ihrer Lieferketten in Angriff genommen und mit den bestehende Aktivitäten abgestimmt haben.
Was wir daher anstreben sind ausgewogene, partnerschaftliche und auf gegenseitigem Vertrauen beruhende Beziehungen zu engagierten Firmen, Beziehungen, bei denen einerseits die spezifischen betriebswirtschaftlichen Schwierigkeiten einer Umstellung auf FAIRTRADE berücksichtigt werden, andererseits die Glaubwürdigkeit des FAIRTRADE-Gütesiegels gewahrt werden.
Generell gilt: Das internationale Fairtrade-System setzt den Preis fest, der direkt an die Kooperativen bezahlt werden muss. FAIRTRADE hat jedoch keinen Einfluss auf die Preisgestaltung im Verkaufsregal.
Nicht alle FAIRTRADE-Produkte kosten tatsächlich mehr als ihre konventionellen Gegenstücke. Wenn das aber der Fall ist, gibt es verschiedene Erklärungsmöglichkeiten:
- FAIRTRADE-Produkte sind oft aufgrund der besonderen Produktionsmethoden von höherer Qualität. Bei Preisvergleichen zwischen konventionellen und FAIRTRADE-Produkten muss man daher darauf achten, Produkte derselben Qualitätskategorie zu vergleichen, wobei es nicht nur auf Bio oder nicht Bio ankommt. Zum Beispiel darf FAIRTRADE-Kaffee nur mit konventionellen reinen Arabica-Sorten verglichen werden.
- Ein weiterer Faktor ist die Größenordnung der Produktion. Kleine Losgrößen kommen ProduzentInnen und VerarbeiterInnen bei jedem Schritt (Verpackung, Transport etc.) teurer zu stehen, weil sie bei Preisverhandlungen nicht große Mengen ins Treffen führen können.
- Abschließend ist noch anzumerken, dass die Endverbraucherpreise von den Einzelhandelsfirmen festgesetzt werden. Weder FLO noch die nationalen FAIRTRADE-Initiativen üben Einfluss auf die Preisgestaltung im Einzelhandel aus. Die nationalen Initiativen stellen sicher, dass ProduzentInnen den garantierten Mindestpreis erhalten, aber die Höhe der den KonsumentInnen verrechneten Preise für FAIRTRADE-Produkte liegt ganz im Ermessen der EinzelhändlerInnen. Grund dafür ist, dass das Hauptaugenmerk auf einem verbesserten Marktzutritt liegt und es ohne formeller Preiskontrolle leichter ist, WirtschaftspartnerInnen zu finden, die nach FAIRTRADE Standards produzieren lassen.
Sofern Ihr Unternehmen oder Ihre Organisation FAIRTRADE-zertifizierte Produkte verkauft oder ausdrücklich unterstützt, können Sie gemäß unseren Richtlinien zu Werbematerialien das FAIRTRADE-Siegel abbilden. Hierfür gibt es internationale Richtlinien, bitte schreiben Sie an: cornelia.havel(at)fairtrade.at
FAQs zum Thema Baumwolle
Baumwolle ist ein grundlegender und unerlässlicher Rohstoff für die globale Textilindustrie und für die soziale und ökonomische Entwicklung sogenannter Entwicklungsländer wesentlich. Es gibt keinen Qualitätsunterschied zwischen FAIRTRADE-Baumwolle und konventioneller Baumwolle. Der wahre Unterschied ist, dass den Menschen am untersten Ende der Textilhandelskette - also den ProduzentInnen der Baumwolle - ein fairer Preis für ihre Ware bezahlt wird. Nicht die fertig gestellten Stoffe oder die daraus gefertigten Endprodukte sind FAIRTRADE-zertifiziert, sondern die Baumwolle an und für sich.
FAIRTRADE-Baumwolle kann aus biologischem Anbau stammen, muss es aber nicht unbedingt. Warum? FAIRTRADE möchte die marginalisierten Kleinbäuerinnen und Kleinbauern unterstützen, die es sich nicht immer leisten können, auf biologischen Anbau umzustellen oder denen oftmals das notwendige Wissen dazu fehlt. Die Umstellung auf biologische Produktionsweisen kann Jahre in Anspruch nehmen, dennoch arbeiten viele FAIRTRADE-Baumwollbauern darauf hin weil sie einen noch höheren Preis für biologisch angebaute Baumwolle bekommen. Die FAIRTRADE-Standards enthalten sehr klare und strenge Umweltkriterien, diese basieren auf den internationalen Empfehlungen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen. Darin sind zum Beispiel die strenge Kontrolle von Chemikalien und die Reduktion des Pestizideinsatzes vorgesehen, weil diese die Umwelt sowie die Gesundheit der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern schädigen können. FAIRTRADE fördert nachhaltige Anbaumethoden damit Kleinbäuerinnen und Kleinbauern ihre eigenen ökologischen Entwicklungspläne erstellen um sicherzustellen, dass es ein intaktes Abfallmanagement gibt, alle eingesetzten Materialien recycled werden und Maßnahmen gesetzt werden, die Bodenerosion und Wasserverschmutzung verhindern. Auch der Einsatz von gentechnisch verändertem Saatgut ist streng verboten.
FAIRTRADE arbeitet in rund 60 Ländern mit über 827 Produzentenorganisationen zusammen. Damit profitieren bereits etwa 7,5 Millionen Menschen - Kleinbauernfamilien und ArbeiterInnen - von den fairen Handelsbedingungen. FAIRTRADE-Baumwolle wird von 37 Produzentenorganisationen in Indien, Burkina Faso, Kamerun, Mali, Senegal, Brasilien, Ägypten und Kirgisien angebaut. Westafrika und Indien sind die zwei größten Anbauregionen für FAIRTRADE-Baumwolle.
Zwei Drittel der weltweiten Baumwollemenge werden in sogenannten Entwicklungsländern angebaut. Die meisten Baumwollbäuerinnen und Baumwollbauern erzielen ihr Einkommen allein aus dem Anbau und Verkauf dieses Rohstoffes und sind damit von Baumwolle extrem abhängig. Viele Baumwollbäuerinnen und Baumwollbauern leben in Armut und müssen mit weniger als 2 Dollar am Tag überleben. Die lokalen Marktpreise für Baumwolle waren für lange Zeit instabil und die Baumwollbäuerinnen und Baumwollbauern wurden von den fallenden Preisen hart getroffen. Das Leben wird schwerer - nicht leichter. Die Baumwollbäuerinnen und Baumwollbauern stehen durch steigende Preise für Treibstoff, Pestizide und Insektizide unter Druck. Das bedeutet, dass nur wenige Bäuerinnen und Bauern ihre Produktionskosten decken können, da sie die höheren Kosten durch die tatsächlich bezahlten Warenpreise nicht weitergeben können. Sie geraten damit immer mehr in eine Schuldenfalle und können ihre Kinder nicht mehr zur Schule schicken. Baumwollbäuerinnen und Baumwollbauern in den USA, in Europa und China werden hoch subventioniert, ein System, das zu Überproduktion führt. Wenn diese riesigen Mengen auf den Weltmarkt gelangen, fallen die Preise und die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern können damit nicht konkurrieren.
FAIRTRADE bietet den Baumwollbäuerinnen und Baumwollbauern eine Rettungsleine und stellt sicher, dass ihnen ein garantierter Mindestpreis für die Baumwolle bezahlt wird, der die Produktionskosten deckt. Sie erhalten außerdem zusätzliche Gelder in Form der FAIRTRADE-Sozialprämie, welche die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in Gemeinschaftsprojekte investieren können. Es obliegt den Kooperativen zu entscheiden, wie sie das Geld investieren möchten und wo es am dringendsten benötigt wird - etwa für den Bau von Schulen, Gesundheitszentren, für den Kauf technischer Hilfsmittel oder den Bau von Brunnen. FAIRTRADE ist ein sehr effizientes Entwicklungsinstrument weil das System den Kleinbäuerinnen und Kleinbauern Zugang zum globalen Markt bietet und Wege aus der Armut öffnet. Ein Produkt zu kaufen, das aus FAIRTRADE-Baumwolle hergestellt wurde, hilft also Armut zu bekämpfen und unterstützt die nachhaltige Entwicklung von einigen der am meisten marginalisierten Baumwollbäuerinnen und Baumwollbauern der Welt.
Baumwollprodukte, die in Österreich verkauft werden, unterscheiden sich stark in ihren Preisen - je nach Verkaufsstelle, Produktqualität und Marke sowie durch etwaige Kostenersparnisse innerhalb der Lieferkette. Je größer das Produktvolumen, desto konkurrenzfähiger kann die Preisgestaltung erfolgen. Einige Unternehmen entscheiden sich dafür, Produkte im gehobenen Marktsegment zu platzieren, auf der anderen Seite beabsichtigen viele Unternehmen, ihr Basissortiment auf FAIRTRADE-Qualität umzustellen und zu Preisen konventioneller Ware anzubieten. FAIRTRADE hat keinen Einfluss auf die Preisgestaltung von FAIRTRADE-zertifizierten Produkten im Handel und es obliegt den Konsumentinnen und Konsumenten zu entscheiden, ob ein bestimmtes Produkt für sie auch den Warenwert repräsentiert.
Wenn Sie das FAIRTRADE-Gütesiegel auf einem Kleidungsstück sehen, bedeutet das, dass die Baumwolle, aus der das Kleidungsstück gefertigt wurde, von einer FAIRTRADE-zertifizierten Produzentenorganisation gekauft wurde. Das FAIRTRADE-Gütesiegel stellt außerdem sicher, dass das Produkt innerhalb einer zertifizierten Lieferkette mit Rückverfolgbarkeit der Baumwolle produziert wurde. Die Standards für Baumwolle verlangen zusätzlich einen Nachweis über die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen. Das gilt für alle Schritte der Weiterverarbeitung wie Entkörnung der Baumwolle, Spinnen, Färben, Stricken, Weben und Konfektionieren.
Mehr zu den Arbeitskriterien im Detail und Nachweisevoraussetzungen der Unternehmen lesen Sie bitte in den FAIRTRADE-Standards für Baumwolle, Sektion 10 nach:
www.fairtrade.net (FAIRTRADE-Standards auf der Website der FAIRTRADE Labelling Organizations International)
Es gibt viele Gründe warum sich Unternehmen dafür entscheiden, mit FAIRTRADE zu arbeiten. Manche möchten damit ihrer CSR-Strategie und ihren CSR-Zielen gerecht werden oder eine breitere ethische Verpflichtung demonstrieren, andere erwarten sich Wettbewerbsvorteile, neue Möglichkeiten für PR und Marketingaktivitäten, Möglichkeiten zur Mitarbeiter- und Konsumentenbindung oder ein adäquates Mittel zur Einführung neuer Produkte oder aktualisierter Produktlinien. Wir hoffen dass die Zusammenarbeit mit FAIRTRADE auch als Katalysator für weiteren Wandel wirkt, Unternehmen sich nachhaltigeren Einkaufspraktiken verpflichten und mehr Verantwortung dafür übernehmen, wie ihre Produkte produziert werden.
Der Begriff "fairer Handel" wird seit vielen Jahren verwendet und von vielen Unternehmen eingesetzt, um die Art und Weise der Zusammenarbeit mit ihren Lieferanten und Produzenten zu beschreiben - der Begriff ist jedoch nicht gesetzlich geschützt. Wenn Sie das FAIRTRADE-Gütesiegel sehen, dann wissen Sie, dass die Baumwolle für das Kleidungsstück von FAIRTRADE-Produzentenorganisationen gekauft wurde und damit internationalen FAIRTRADE-Standards entspricht und eine Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Bauernfamilien möglich macht. Mehr Infos zu den Standards: www.fairtrade.net
FAIRTRADE ist vordergründig ein Entwicklungsinstrument, welches darauf ausgerichtet ist, die Probleme der ProduzentInnen von Agrargütern wie Kaffee, Kakao und Bananen zu adressieren. Die Zertifizierung von Baumwolle richtet sich an die Ungerechtigkeiten, von denen Baumwollbäuerinnen und Baumwollbauern betroffen sind und hilft, ihre ökonomische Position zu stärken. Der Verarbeitungsprozess der Baumwolle vom Feld der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern hin zum Endprodukt ist heute noch nicht auf die selbe Weise sichergestellt. Die FAIRTRADE-Standards sehen vor, dass alle Unternehmen, die im Verarbeitungsprozess von FAIRTRADE-Baumwolle eingebunden sind, Dokumente vorlegen müssen, die untermauern, dass in den Unternehmen nach anerkannten Arbeitsstandards gearbeitet wird (den Kern-Arbeitsnormen der Internat. Labor Organisation, ILO), z.B. durch ein SA 8000 Zertifikat. Die Einhaltung der FAIRTRADE-Standards wird durch die Inspektoren der FLO-Cert, akkreditiert durch ISO 65, überprüft.
Obwohl das FAIRTRADE-Gütesiegel sehr bekannt ist, betragen FAIRTRADE-Baumwollprodukte nur einen winzigen Anteil am Gesamtmarkt in Österreich. Wir hoffen bei steigender Nachfrage durch die KonsumentInnen und steigendem ethischen Bewusstsein durch die Unternehmen auch mehr Baumwollprodukte lizensieren zu können - von High Fashion bis hin zu Babykleidung, von Heimtextilien bis hin zu Baumwolltaschen. Wir möchten, dass FAIRTRADE-Baumwolle zur Norm wird.
Eine Bezugsquellenliste für FAIRTRADE-Baumwollprodukte finden Sie hier.





