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Inhaltsbereich: Biodiversität

FAIRTRADE und Biodiversität

Faire Vielfalt für Umwelt und Artenreichtum und Ökobilanz

Die biologische Vielfalt unserer Welt in einem Ausmaß bedroht, wie es bislang in der Geschichte des Planeten noch nicht der Fall war. Das belegen die erschreckenden Zahlen: Von knapp über 40.000 untersuchen Arten gelten gemäß der Roten Liste der Weltnaturschutzunion über 16.306 Arten, darunter zum Beispiel auch der Eisbär, als bedroht – das sind über 40 Prozent! Weltweit verschwinden jedes Jahr zwölf bis 15 Millionen Hektar Wald. Mit dem gegenwärtigen Verlust der Biodiversität nehmen auch die genetische Bandbreite und die Vielfalt der Lebensräume deutlich ab.

UmweltforscherInnen, AgrarwissenschaftlerInnen und EntwicklungsexpertInnen fordern schon seit langem den Übergang zu umweltschonenden und nachhaltigen Anbau- und Wirtschaftsweisen. Stattdessen aber ist die Bedrohung für die natürlichen Ressourcen besonders in den Entwicklungs- und Schwellenländern weiter angestiegen. Denn wo Bevölkerung und Armut gleichzeitig wachsen, da muss sehr häufig auch die Natur weichen.

Der Faire Handel zeigt: es geht auch anders.

Wenn Wälder verschwinden und Böden austrocknen, verschwindet langfristig auch die Lebensgrundlage vieler Menschen – und ihre Armut wird größer. Besonders die rund 1,1 Milliarden sehr armen Menschen, die von weniger als einem Dollar pro Tag leben müssen, sind auf funktionierende Ökosysteme zur Deckung ihrer Grundbedürfnisse angewiesen – gerade auch deshalb, weil 70 Prozent dieser Menschen in ländlichen Gebieten leben. In diesen Regionen ist zahlreichen Studien zufolge die traditionelle, kleinbäuerliche Wirtschaftsweise die nachhaltigste und schonendste. Doch auch sie ist zunehmend bedroht – durch die Umstellung auf industrielle Agrarproduktion und auf Monokulturen oder auch durch verstärkte Importe von hoch subventionierten und daher billigen Lebensmitteln aus den Industrieländern. Damit können viele Kleinbauernfamilien nicht konkurrieren, geben auf, verlieren ihre Existenz oder greifen ihrerseits auf andere, nicht-schonende Ressourcennutzung zurück.

Der Faire Handel setzt seit über 30 Jahren auf die Förderung von Kleinbauernfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika sowie auf Ressourcen-schonende, nachhaltige Anbauweisen. So ist etwa der konventionelle Anbau von Bananen, Blumen und Baumwolle oft mit erheblichem Wasserverbrauch und mit Einsatz von chemischem Dünger, Herbiziden und Pestiziden verbunden. Bei FAIRTRADE aber gibt es speziell für die einzelnen Produkte entwickelte Umweltstandards. So gehören der minimale Einsatz von schädlichem Dünger und Insektenbekämpfungsmitteln, ein durchdachtes Abfall- und Wassermanagement, darunter auch die Sicherstellung sauberen Trinkwassers, Maßnahmen gegen Bodenerosion sowie Verzicht auf Brandrodung und der weitgehende Ersatz fossiler Brennstoffe durch umweltfreundliche Energien zu den FAIRTRADE-Prinzipien. Die Bauern und Bäuerinnen in Afrika, Asien und Lateinamerika werden darin unterstützt, schrittweise auf kontrollierten biologischen Anbau umzustellen. 75 Prozent der Produkte mit dem FAIRTRADE-Gütesiegel sind zugleich Bio-Produkte. Vor Ort werden schädliche Monokulturen vermieden.

Kaffeebauernfamilien in Guatemala haben zum Beispiel begonnen, weitere Produkte wie Honig und Kardamon als Waren des Fairen Handels auf den Markt zu bringen. Und auf der indischen Teeplantage Makaibari an den Südhängen des Himalaya wird nur ein Drittel der 670 Hektar zum Teeanbau genutzt; der Rest ist naturbelassen oder dient zur Anpflanzung von Obst- und Bambusbäumen sowie Heilkräutern und Klee. All das schafft ein gesundes Ökosystem, in dem die Artenvielfalt erhalten bleibt und in dem sich die zahlreichen Insekten- und Tierarten wohl fühlen, die für den Fortbestand so wichtig sind.

FAIRTRADE beweist damit: Nachhaltige Ressourcennutzung kann und muss sich lohnen – dann bleiben biologische Vielfalt und eine intakte Umwelt erhalten.

Weiterführende Links:

Vielfalt Leben
Europäische Kommission - Nature & Biodiversity
Europäische Kommission - Umwelt
EU Biodiversity Action Plan Report 2008
GBIF Austria
Umweltbundesamt - Natur und Landschaftsschutz
Biologische Vielfalt - Clearing House Mechanism
Naturschutzbund Österreich
Lebensministerium - Umweltnet
WWF
CIPRA - Ökologische Netzwerke
Österreichische Bundesforste - Biodiversität
Netzwerk Naturschutz und ländliche Entwicklung


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