Inhaltsbereich: Klimawandel
FAIRTRADE und Klimawandel
Der Klimawandel hat sich als nicht fair erwiesen. Entwicklungsländer sind derzeit am meisten von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen und haben aber am wenigsten zu diesem wachsenden weltweiten Problem beigetragen. Neue Wege müssen aber dringend gefunden und gefördert werden. Klimaanpassung als „individuelle oder von einer Regierung gelenkte Aktivität zur Reduzierung der gegenwärtigen Auswirkungen oder künftigen Risiken des Klimawandels“, zeigt sich zunehmend als der am besten geeignete und wirksamste Ansatz. Auch Eindämmungsmaßnahmen müssen fortgeführt werden, um jegliche Auswirkungen auf die Umwelt so gering wie möglich zu halten.
Anders als im konventionellen Handel ist es das Ziel von FAIRTRADE, fairere Handelsbedingungen für die Produzentenorganisationen in Entwicklungsländern zu schaffen, die es ihnen erlauben, den Kampf gegen die Armut aufzunehmen, ihre Stellung zu stärken und mehr Kontrolle über ihr Leben auszuüben. In diesem Rahmen hat FAIRTRADE nachhaltige landwirtschaftliche Methoden bei der Herstellung von FAIRTRADE-Produkten eingeführt und kontinuierlich gefördert. FAIRTRADE unterstützt auch zunehmend Anpassungsmaßnahmen zur Bekämpfung der Auswirkungen des Klimawandels in Entwicklungsländern.
Wirtschaftliche und soziale Auswirkungen auf Entwicklungsländer
Laut Global Humanitarian Forum sind bereits heute jährlich rund 325 Millionen Menschen von Klimaveränderungen betroffen. Untersuchungen zufolge wird diese Zahl in den nächsten 20 Jahren deutlich steigen. Tatsächlich sind die Bevölkerungsgruppen der am wenigsten entwickelten Länder sowie von Inselstaaten den Auswirkungen des Klimawandels am meisten ausgeliefert.
Überflutungen, Dürreperioden und erhöhte Regenmengen beeinträchtigen vermehrt die landwirtschaftliche Produktion weltweit, besonders aber in Afrika, Asien und Lateinamerika. Aufgrund der Temperaturerhöhungen werden in bestimmten Ländern Afrikas und Lateinamerika Bauernfamilien ihre Produkte höher anbauen müssen als bisher (durchschnittlich 3-4 Meter pro Jahr). Die wirtschaftlichen Schäden liegen weltweit bereits bei 125 Milliarden US-Dollar.
Rund 2,6 Milliarden Menschen weltweit leben in Armut und müssen mit weniger als 2 US-Dollar pro Tag auskommen. Fast eine Milliarde von ihnen in extremer Armut (unter 1 US-Dollar pro Tag). Geschätzt wird, dass zwölf Millionen Menschen durch den Klimawandel in die Armut gedrängt wurden, und dass sich diese Zahl bis 2030 verdoppeln wird.
FAIRTRADE als weltweite soziale Antwort auf Herausforderungen des Klimawandels
FAIRTRADE sichert den Lebensunterhalt der Kleinbauernfamilien und lohnabhängigen ArbeiterInnen auf Plantagen oder Blumenfarmen, sichert eine ökologisch nachhaltige Entwicklung sowie eine Anpassung an den Klimawandel. Durch diesen dreistufigen Ansatz bietet der faire Handel eine umfassende Vorgangsweise, den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen.
FAIRTRADE unterstützt und fördert nachhaltige Anbaumethoden bis hin zum Bioanbau. Dies erfolgt hauptsächlich durch die sogenannten FAIRTRADE-Umweltstandards, die alle Produzentenorganisationen einhalten müssen und die nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken fördern. Weiters müssen die Produzentenorganisationen in Hinblick auf Bekämpfung des Klimawandels sicherstellen, dass sie den Umweltschutz zu einem Teil ihrer Firmenphilosophie machen und verschiedene Maßnahmen umsetzen, wie beispielsweise keine Bepflanzung von Urwaldgebieten oder Einhaltung von Pufferzonen nahe Wasserwegen.
Forschung und praktische Erfahrungen haben gleichermaßen ergeben, dass eine Anpassung von landwirtschaftlichen Methoden oder z.B. die Verbesserung des Wassermanagements die am besten geeignete Methode zur Bekämpfung des Klimawandels ist, Lebensgrundlagen sichern und dadurch Migration und Abwanderung verhindern kann.
FAIRTRADE stärkt eine Stellung nicht nur als Garant fairer Handelsbedingungen für die Produzentenorganisationen in Entwicklungsländern, sondern vielmehr auch als Alternative zur Unterstützung nachhaltiger Entwicklung sowie zur Eindämmung von und Anpassung an den Klimawandel.
Weiterführende Links:
Global 2000
Greenpeace Österreich
Greenpeace International
UNFCCC
Plant for the Planet
CIPRA - Klimaprojekt
Klimabündnis Österreich
ZAMG - Klima
Umweltbundesamt - Klima
Ökonews
Lebensministerium - Umweltnet
ACCC - Österreichisches Klimaportal
Footprint - Der Ökologische Fußabdruck
Umweltbundesamt
