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Inhaltsbereich: Schulbildung

FAIRTRADE und Schulbildung

Schulbesuch ist die wichtigste Voraussetzung dafür, dass Mädchen und Buben aus eigener Kraft einen Weg in ein besseres Leben finden können. Allen Kindern Grundschulbildung zu ermöglichen, ist auch eines der zehn Millenniums-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (UN). Doch trotz aller weltweiten Bemühungen haben noch immer weltweit 93 Millionen Kinder nicht einmal die Chance, Lesen und Schreiben zu lernen - weil ihre Familien zu arm sind und die Kosten für Schulgebühren, Schuluniformen und Lernmaterial nicht aufbringen können und weil die Schulen zu weit entfernt oder überfüllt sind. In vielen Grundschulen Afrikas beispielsweise kommt auf 60 Schülerinnen und Schüler nur eine Lehrkraft, die oft selbst gerade einmal die Grundschule besucht hat und kaum auf ihre Aufgaben vorbereitet ist. Der Unterricht findet meist in heruntergekommenen Gebäuden ohne ausreichendes Mobiliar oder sanitäre Einrichtungen statt. In den ärmsten Ländern bricht daher noch immer jedes vierte Kind vor dem Ende der Grundschulzeit die Schule ab, ohne Lesen und Schreiben gelernt zu haben. Diese Kinder haben es schwer, eine Ausbildung oder einen Arbeitsplatz zu finden und sind besonders von Ausbeutung bedroht.

Bildung ist ein Menschenrecht

Bildung ist ein entscheidender Faktor bei der Bekämpfung von Armut und Ungleichheit und deshalb wird im FAIRTRADE-System darauf besonderer Wert gelegt. Der Faire Handel setzt auf mehreren Ebenen an, um Kindern eine Chance auf Schulbildung zu geben: Die Kleinbauern und -bäuerinnen und Beschäftigten auf Plantagen im FAIRTRADE-System erhalten einen fairen Preis für ihre Produkte, der die Lebenssituation der Familien insgesamt verbessert. So können sie es sich leisten, die Kinder in die Schule zu schicken. Zudem verwenden viele Produzentengruppen die FAIRTRADE-Prämie für den Bau von Schulen, Lehrmaterial, verbesserten Unterricht und die Vergabe von Schulstipendien. FAIRTRADE-zertifizierte Plantagen sind überdies verpflichtet, innerhalb eines Jahres für alle Kinder der Beschäftigten den Schulbesuch zu ermöglichen.

Der Faire Handel ermöglicht weltweit Kindern den Schulbesuch

Es ist Dienstagvormittag und in San Vicente, einem Dorf in Ecuador, gehen 50 Kinder im Alter zwischen vier und zwölf Jahren in die Schule “ESCUELA 5 Abril”. Das neue Schulgebäude mitten in den Bananenfeldern wurde von der FAIRTRADE-zertifizierten Bananenkooperative El Guabo mit Hilfe der FAIRTRADE-Prämie errichtet. Die Kooperative trifft Maßnahmen, um allen Familien den Schulbesuch ihrer Kinder zu erleichtern. Marco Valle, technischer Berater von El Guabo, erklärt: „Jedes Kind bekommt jährlich einen Rucksack und einen Gutschein für Schulbücher und Materialien. Wenn die Rucksäcke aus dem Vorjahr noch gut sind, schicken die Familien sie oft an Verwandte in anderen Teilen Ecuadors, so kommen sie dort noch weiteren Kindern zugute.“ Damit auch in abgelegenen Dörfern Unterricht stattfindet, bekommen Lehrerinnen und Lehrer, die sich bereit erklären, dort zu unterrichten, von El Guabo einen Bonus bezahlt.


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