Inhaltsbereich: Wasserverbrauch bei Rosen
FAIRTRADE und Wasserverbrauch bei Rosen
FAIRTRADE und Wasserverbrauch bei Rosen am Beispiel Kenia
Kenia wird als Land mit chronischer Wasserknappheit bewertet. Statistisch gesehen beträgt die pro Kopf natürlich vorhandene Süßwassermenge nur 647 m³. Diese wird sich aufgrund des Klimawandels in den kommenden Jahren weiter drastisch verringern. Aufgrund von großen Entfernungen, schlechter Erreichbarkeit, ungenügender Wasserqualität, die durch bestimmte geologische Verhältnisse bedingt wird, fehlender Infrastruktur zur Verteilung und Versorgung von Wasser sowie Verschmutzung von Gewässern sind es tatsächlich im Schnitt aber nur 2,5m³ (2,500 L) pro Jahr, oder knapp 7 Liter am Tag[1]. Allerdings sind das Vorkommen von Wasser und die Verwendung in Kenia regional stark unterschiedlich. Es gibt wasserreichere Gegenden ebenso wie extrem trockene Wüsten.
Von den rund 180 Blumenfarmen in Kenia befinden sich 64 Farmen mit zusammen circa 2000 Hektar Anbaufläche rund um den Lake Naivasha. Die Blumenindustrie ist einer von mehreren Faktoren, die dazu beitragen, dass der Wasserspiegel des Sees sinkt und das Wasser zunehmend verschmutzt wird. Auch die Tatsache, dass die Anzahl der Bevölkerung in den letzten zwei Jahren rapide zugenommen hat, hat ihre Auswirkungen: Die Stadt Naivasha am Seeufer ist von ca. 30.000 (1969) auf heute ca. 300.000 EinwohnerInnen angewachsen. Die Wasserversorgung der Bevölkerung erfolgt ebenso unreguliert wie die Abholzung des Mau-Mau-Waldes und der Aberdares-Bergkette im Einzugsgebiet des Sees. All diese Faktoren gemeinsam haben den See stark geschädigt. Derzeit wird etwa sechs Mal soviel Wasser aus dem See entnommen wie zufließt[2].
Situation auf den FAIRTRADE-Farmen
Auf den FAIRTRADE-Rosenfarmen müssen bestimmte Auflagen erfüllt werden, damit möglichst nachhaltig mit der Ressource Wasser umgegangen wird. So beinhalten die FAIRTRADE-Umweltstandards Vorschriften zum nachhaltigen Wassermanagement und zu einer möglichst wassersparenden Produktion. Zum Schutz natürlicher Gewässer sind Pufferzonen vorgeschrieben und es dürfen keine Abwässer ungeklärt eingeleitet werden. Wassersparende Produktionstechniken wie hydroponische Anbauweisen[3]- erdloser Anbau von Pflanzen in Verbindung mit einer optimierten Nähstofflösung - und vollständiges Recycling der Abwässer werden gezielt gefördert. Viele FAIRTRADE-Farmen investieren zusätzlich in umweltschonende Technologien mit effizienterer Wassernutzung.
Die FAIRTRADE-Farmen am Lake Naivasha entnehmen dem See direkt kein Wasser und konnten auch erreichen, dass weit weniger Wasser aus Grundwasserschichten entnommen wird, die dem See zufließen. So arbeiten die Longonot Farm und Finlay Flowers bereits mit hydroponischen Produktionstechniken. Dies hat zur Folge, dass der Verbrauch von Wasser und die Belastung von Abwässern drastisch reduziert werden können.Tröpfchen-Bewässerung, die Nutzung von Regenwasser, Wasseraufbereitung und -wiederverwendung tragen maßgeblich dazu bei Wasser einzusparen. Überschüssiges Wasser aus der Tröpfchen-Bewässerung, das mit Pflanzenbehandlungsmitteln oder Düngemitteln belastet ist, wird gesammelt, geklärt und wiederverwendet - und nicht ungeklärt in Oberflächengewässer geleitet.
Bei FAIRTRADE-Produktion ist die Einhaltung von Umweltstandards garantiert, die ansonsten im nationalen Kontext vieler Entwicklungsländer kaum beachtet werden. Häufig haben diese Betriebe eine Vorreiterrolle und stoßen langfristig weitergehende Veränderungen in ihren Regionen an.
[1] Fair Miles? Weighing environmental and social impacts of fresh produce exports from sub-Saharan Africa to the UK (Summary) Edited by James MacGregor and Bill Vorley, October 2006. IIED, NRI, DFID
[2] Kenya's Cut-flowers: An Unsustainable Industry on Lake Naivasha. Keira Loukes, 412 Victoria Street Kingston ONT, K7L 3Z5 613-546-7586,
[3] Im Prinzip ist Hydroponik der erdelose Anbau von Pflanzen in Verbindung mit einer optimierten Nähstofflösung. http://team-koerner.com/html/grundlagen.html
Weiterführende Links:
Faculty of Geo-Information Science and Earth Observation
