Inhaltsbereich: Welternährung
FAIRTRADE und Welternährung
Publikation zur Welternährung
Überall auf der Welt leiden Millionen von Menschen unter schwankenden Nahrungsmittel- und Treibstoffpreisen. Grund dafür, sind mehrere Faktoren, wie steigende Öl- sowie Transportkosten, die Zweckentfremdung von Nahrungsmitteln in Richtung Bio-Treibstoffe und die wachsende Nachfrage nach Fleisch sowie weiteren Konsumgüter in rasch wachsenden Wirtschaftsräumen wie Indien oder China. Auch die sich stark verändernden klimatischen Bedingungen sind problematisch, da sie in niedrigeren Erträgen bzw. im Verlust von Ernten resultieren.
Inzwischen sind auch die Kosten für Düngemittel, Transport und Lebensmittel auf den lokalen Märkten in Entwicklungsländern steil angestiegen. Dadurch dass Menschen in ärmeren Ländern einen weitaus größeren Teil ihres Einkommens für Nahrung und Brennstoffe aufwenden, sind sie davon besonders stark betroffen. Von Produzentenorganisationen, die im FAIRTRADE System tätig sind, wurde uns berichtet, dass, wenngleich sie bessere Preise für ihre Ernte erhielten, dieser Gewinn von anderen Preisanstiegen überschattet würde, wodurch es folglich schwer sei, über die Runden zu kommen. In einem konkreten Fall erwähnte ein Teefabriksleiter, dass sich die Kosten für Düngemittel auf lokaler Ebene mehr oder weniger verdoppelt hätten und so die Möglichkeit der Kooperative, die Düngemittel für die aktuelle Saison an ihre Mitglieder zu verteilen, ernsthaft beeinträchtigt würde. Wenn sich die Bauernfamilien die Düngemittel nicht mehr leisten können, sind sie dazu gezwungen, entweder hoch verzinste Darlehen aufzunehmen, oder aber den Umfang an von ihnen bewirtschaftetem Land zu reduzieren.
FAIRTRADE heute wichtiger denn je
In den vergangen Jahren sind viele Rohstoffpreise wie z.B. Kaffee, Kakao und Reis auf den Weltmärkten gestiegen. Dennoch darf nicht automatisch angenommen werden, dass das zusätzliche Geld direkt den Bauern und Bäuerinnen zugute kommt. Daher ist es besonders wichtig, dass Kooperativen im Eigentum der Bauernfamilien stehen und von diesen geführt werden, wobei den Bauernfamilien direkt ein fairer und stabiler Preis gezahlt wird und sie nicht über Zwischenhändler verkaufen müssen. In gemeinschaftlichen Zusammenschlüssen ist es den Kleinbauernfamilien möglich, von einer starken Position aus zu verhandeln und Zugang zu Informationen wie etwa den aktuellsten Marktpreisen zu erhalten.
Dateien und weiterführende Links:
Die Welternährungskrise und FAIRTRADE
Welt-Ernährung Deutschland
Aktionsnetzwerk Globale Landwirtschaft
Food First
Oxfam International
Oxfam Deutschland
FIAN
UN World Food Programme
Greenpeace Austria - Welternährung
Erwin Wagenhofer - We feed the world
Welthungerhilfe
Caritas - Hunger, Wasser
foodwatch
UNICEF - Kampf gegen den Hunger
