Sekundarstufe 1

Allgemeines Bildungsziel

Der Lehrplan für alle Schulen der Sekundarstufe I sieht vor, die Schülerinnen und Schüler zur Auseinandersetzung mit ethischen und moralischen Werten zu ermächtigen. Sie sollen zu verantwortungsbewussten und solidarischen Menschen heran gebildet werden und ihre Urteile wertebezogenen und mit Rücksicht auf ihre Mitmenschen und Umwelt treffen. Die einzelnen Lehrpläne beinhalten zahlreiche konkrete Lernziele, die auf dieses allgemeine Bildungsziel rückgreifen. Im Anschluss findet ihr einige Ideen dieses allgemeine Bildungsziel - verknüpft mit dem Fairen Handel - konkret im Unterricht zu verankern. Schon erprobte Konzepte und Ideen können im FAIRTRADE-Schools Blog dokumentiert werden und unterstützen so andere Lehrerinnen und Lehrer.

Ideen für den Unterricht

Deutsch

Auf der Website von FAIRTRADE Österreich (siehe untenstehende Links) finden sich zahlreiche Materialien zu Lebens- und Arbeitsbedingungen von Bäuerinnen und Bauern verschiedener Rohstoffe. Schülerinnen und Schüler können an Hand dieser Texte einerseits Verständnis für diverse Herausforderungen, die Menschen in den Ländern des Südens bewältigen müssen, erlangen und konkrete Lösungsansätze dazu kennen lernen und andererseits ihre Kompetenzen im Umgang mit Sprache erweitern. Der Faire Handel bietet ansprechende und vielfältige Materialien für Referate, Zusammenfassungen, Präsentationen, Erörterungen oder andere Kompetenzfelder des Sprachenunterrichts. Ob Rollenspiele, Referate oder Diskussionen, der Faire Handel bietet sich für zahlreiche Unterrichtsmethoden an.

Presseaussendungen: www.fairtrade.at/presse

Informationen zu ProduzentInnen: www.fairtrade.at/produzenten

Allgemeine Materialien: www.fairtrade.at/newsroom/materialien

Englisch

Hier finden sich zahlreiche Materialien zu Lebens- und Arbeitsbedingungen von Bäuerinnen und Bauern verschiedener Rohstoffe. Schülerinnen und Schüler können an Hand dieser Texte einerseits Verständnis für diverse Herausforderungen, die Menschen in den Ländern des Südens bewältigen müssen, erlangen und konkrete Lösungsansätze dazu kennen lernen und andererseits ihre Kompetenzen im Umgang mit Sprache erweitern. Der Faire Handel bietet ansprechende und vielfältige Materialien für Referate, Zusammenfassungen, Präsentationen, Erörterungen oder andere Kompetenzfelder des Sprachenunterrichts. Ob Rollenspiele, Referate oder Diskussionen, der Faire Handel bietet sich für zahlreiche Unterrichtsmethoden an.

Mathematik

Um Mathematik zum Leben zu erwecken bedarf es Beispiele, die lebens- und schülernahe sind. Textbeispiele und Problemstellungen können rund um den Fairen Handel angesiedelt sein und so konkrete Lebensbereiche beschreiben und Interesse wecken. Zahlen, Daten und Fakten zum Fairen Handel gibt es hier.

Ethik und Religion

Religion und Ethik beschäftigt sich vielfach mit Gerechtigkeit, Fairness oder Solidarität. Diese Themen bilden auch den Grundstein und die Motivation für den Fairen Handel. Informationen zu konkreten Problemfeldern und Lösungsmöglichkeiten gibt es auf www.fairtrade.at. Ob Rollenspiele, Referate oder Diskussionen, der Faire Handel bietet sich für zahlreiche Unterrichtsmethoden an.

Werken und Bildnerische Erziehung

Schülerinnen und Schüler können Bilder zum Thema Armut oder Fairer Handel oder andere Erzeugnisse gestalten, es können Materialien zur Schulkampagne oder auch Werbeplakate für FAIRTRADE erstellt werden.

Geographie und Wirtschaftskunde

In wohl keinem anderen Fach wird der Faire Handel so oft thematisiert wie in Geographie und Wirtschaftskunde. Das ist einerseits den engagierten Lehrerinnen und Lehrern zu verdanken, andererseits bietet der Lehrplan eine große Auswahl an konkreten Lernzielen und Themenfeldern, die mit dem Fairen Handel zusammenhängen.

Hier sind einige Beispiele:

  • Auswirkungen von Betrieben und Produktionsprozessen auf die Umwelt: Von Armut betroffene Menschen in den Ländern des globalen Südens sind besonders angewiesen auf eine intakte und lebensfreundliche Umwelt. Daher verspricht das FAIRTRADE-Gütesiegel nicht nur menschenwürdige Arbeitsbedingungen sondern auch ressourcenschonenden Anbau, Verbot der schädlichsten Pestizide und Gentechnik oder fördert den Bioanbau mit Zusatzprämien (siehe FAIRTRADE-Standards). Am Beispiel von FAIRTRADE-zertifizierten Kooperativen kann gezeigt werden, wie Produktionsprozesse nachhaltig - für Mensch und Umwelt - gestaltet werden können.
  • Erkennen, dass in der Wirtschaft unterschiedliche Interessen aufeinander treffen und dass die Methoden des Interessenausgleichs einem Wandel unterworfen sind: Die Interessen von Kleinbäuerinnen und -Bauern einerseits und multinationalen Konzernen andererseits waren während der letzten Jahrzente sehr verschieden. Durch die Macht der "global Players" entwickelten sich starke Abhängigkeitsverhältnisse, ausbeuterische Arbeitsbedingungen und umweltfeindliche Produktionsmethoden. Das FAIRTRADE-Gütesiegel eröffnet seit über 20 Jahren Konsumentinnen und Konsumenten die Wahl, ihre Interessen stärker mit denen der Bäuerinnen und Bauern zu verknüpfen. Damit gelingt es allmählich, einen neuen Interessensausgleich zu erlangen.
  • Entwicklungsunterschiede zwischen Regionen wahrnehmen und Erklärungsansätze für deren Ursachen untersuchen: Die Wirtschaft der Länder des globalen Südens ist oft auf Rohstoffgewinnung konzentriert. Ursachen dafür sind vielfältig und reichen von Kolonialisierung bis zur ungünstigen Marktstellung der Kleinbäuerinnen und Bauern gegenüber Großkonzernen, die Investitionen erschwert. FAIRTRADE versucht diese starren Strukturen mittels langfristigen Lieferverträgen und Prämien zu verbessern und den ProduzentInnen damit zu Planungssicherheit und Entwicklungsmöglichkeiten zu verhelfen.
  • Bereitschaft anbahnen, Maßnahmen der Entwicklungszusammenarbeit zu bewerten und zu unterstützen: FAIRTRADE hat sich zum Ziel gesetzt, Menschen in Industrieländern mit Kleinbäuerinnen und Bauern des globalen Südens zu verbinden und dadurch Entwicklungszusammenarbeit auf Augenhöhe zu ermöglichen. Die Einhaltung der FAIRTRADE Standards wird regelmäßig überprüft. Hier findest du Informationen zu Zertifizierung und Kontrolle. Zusätzlich können Studien zum FAIRTRADE-Siegel bearbeitet werden. Eine Auswahl an Evaluationen findest du hier.
  • Bereitschaft anbahnen, sich mit "dem Anderen" vorurteilsfrei auseinander zu setzen: Zu diesem Thema finden sich auf www.fairtrade.at Texte, TV- und Radiobeiträge zu Lebens- und Arbeitsweise der FAIRTRADE-ProduzentInnen der verschiedensten Rohstoffe. So können Schülerinnen und Schüler erfahren, wie etwa KakaoproduzentInnen leben und arbeiten und Verständnis für deren Kultur erlangen.
  • Leben in der "Einen Welt" - Globalisierung: Noch nie waren die Menschen der Erde so stark miteinander vernetzt wie heute. Der globale Handel verknüpft Menschen vieler Länder, Kulturen und Wirtschaftssektoren. Dadurch sind allerdings auch Abhängigkeitsverhältnisse entstanden, die Menschen in schwierige Situationen versetzt. FAIRTRADE versucht dieser Abhängigkeit durch eine Besserstellung der ProduzentInnen entgegenzuwirken. "Global Player" bestimmen immer größere Teile unserer Lebensweise und dominieren besonders die Rohstoffmärkte. Das FAIRTRADE-Gütesiegel gibt Konsumentinnen und Konsumenten die Möglichkeit wieder Verantwortung für die "Eine Erde" wahrzunehmen.
Biologie und Umweltkunde

Der Faire Handel fokussiert zwar auf soziale Standards und das Wohl der Menschen, da dieses aber eng mit der Umwelt verknüpft ist, finden sich zahlreiche Umweltstandards in den FAIRTRADE-Kriterien. So sind etwa Maßnahmen zum Wasserschutz vorgesehen oder eine Reihe schädlicher Dünge- und Schädlingsbekämpfungsmittel verboten. Darüber hinaus erhalten Bäuerinnen und Bauern eine Zusatzprämie für ökologischen Anbau. An Hand des FAIRTRADE-Siegels können daher Auswirkungen extensiver Landwirtschaft im Vergleich zu umweltschonenden und menschenwürdigen Anbaumethoden hervorragend gegenüber gestellt werden. Darüber hinaus kann das Spannungsfeld zwischen Überlebenskampf und Umweltschutz thematisiert werden. Konkrete Beispiele, wie Umweltschutz bei FAIRTRADE realisiert wird, findet ihr in der Rubrik FAIRTRADE Arbeitsschwerpunkte.

Ernährung und Haushalt

Das FAIRTRADE-Siegel besitzt in Österreich laut einer GlobeScan Umfrage einen Bekanntheitsgrad von 85%. Doch was steckt hinter dem Gütesiegel? FAIRTRADE steht für die Einhaltung von sozialen, ökologischen und ökonomischen Standards. Damit unterstützt das FAIRTRADE-Siegel Haushalte und VerbraucherInnen, diese Merkmale in ihren Kaufentscheidungen zu berücksichtigen. Im Unterricht können neben den Kaufkriterien Preis, Qualität, Umweltschutz auch soziale Kriterien thematisiert werden. Im Zuge dessen kann auf die Richtlinien des FAIRTRADE-Siegels eingegangen werden. Ausführliche und anschauliche Informationen darüber gibt's auf der Webseite von FAIRTRADE Österreich.

Geschichte, Politische Bildung und Sozialkunde
  • Arbeitsteilung/Sklavenwirtschaft: Internationale Arbeitsteilung führte während der letzten Jahrzehnte zu starken Abhängigkeitsverhältnissen. Kleinbäuerinnen und Bauern in den Ländern des Südens produzieren Rohstoffe wie Kaffee, Kakao oder Baumwolle für Industrieländer. Durch niedrige Preise für Rohstoffe und gefährliche Arbeitsbedingungen werden immer noch zahlreiche Kindersklaven für die Produktion ausgebeutet und Menschenrechte missachtet. Der Faire Handel hilft, menschenwürdige Lebens- und Arbeitsbedingungen durchzusetzen und Sklavenwirtschaft zu verhindern. Im Unterricht kann der Faire Handel als Möglichkeit thematisiert werden, die Schwierigkeiten der internationalen Arbeitsteilung zu überwinden und neue Formen der Sklaverei zu bekämpfen.
  • Soziale und militärische Konflikte, ihre Ursachen und Lösungsversuche an ausgewählten Beispielen: Konflikte und gewalttätige Auseinandersetzungen entstehen oft durch die Notlage vieler Menschen. Durch niedrige Preise für ihre Produkte (Kaffee, Kakao, Baumwolle, etc.) sind viele Bäuerinnen und Bauern nicht in der Lage ihre Kinder in die Schule zu schicken und müssen täglich ums Überleben kämpfen. Der Faire Handel ermöglicht es Konsumentinnen und Konsumenten in Industrieländern beim Einkauf auf soziale Kriterien zu achten. Damit werden ProduzentInnen in den Ländern des globalen Südens in eine stärkere Position versetzt und soziale Konflikte werden entschärft.
  • Globalisierung als kultureller, wirtschaftlicher, politischer Wandel (Migration, Konsumverhalten, Nichtregierungsorganisationen): Die Globalisierung verknüpft das Handeln unterschiedlichster Menschen miteinander. Der gemeinnützige Verein FAIRTRADE Österreich ist, gemeinsam mit anderen NGOs, bestrebt, Konsumentinnen und Konsumenten in Österreich die Möglichkeit zu geben, bei ihrem Einkauf soziale Kriterien miteinzubeziehen. Im Unterricht könnten etwa, die mit der Globalisierung einhergehenden, Bestrebungen von NGOs thematisiert werden, soziale Kriterien und Menschenrechte auch in der Produktion von Rohstoffen und Produkten außerhalb der eigenen Grenzen zu verwirklichen.