Feiern unter Kakaobäumen

Dort, wo der Rohstoff für unseren Weihnachtsbaumbehang herkommt, wird auch gefeiert – allerdings ohne Vanillekipferl: Gemeinsam mit dem Nachbarland Ghana bestreitet Côte d'Ivoire mehr als die Hälfte der weltweiten Kakaoproduktion. Hauptdarsteller fast jeder Mahlzeit ist allerdings nicht Schokolade - sondern Fufu.

In der Hauptstadt Abidjan haben die Weihnachtsdekorationen internationalen Charme: künstliche Tannen, rotgrüne Girlanden und überall rote Santa-Mützen. Vanillekipferl und Rumkugeln gibt's keine – und abseits der Großstadt sieht es überhaupt ganz anders aus: In den Kakao-Dörfern von Côte d'Ivoire ist Weihnachten vor allem für den Nachwuchs ein Fest. In der FAIRTRADE-Kakaokooperative ECAM im Südwesten des Landes etwa, wo über 2000 Kleinbauernfamilien zusammenarbeiten, wird unter freiem Himmel gefeiert, wenn auch mit roten Zipfelmützen, viel Glitzerpapier und übermütigen Kindern. Packerl bringen nicht Christkind oder Weihnachtsmann, sondern die FAIRTRADE-Prämie und der –Mindestpreis – traditionell ist eher der Jahreswechsel die Zeit für Geschenke, das Land ist etwa zu gleichen Teilen christlich und islamisch geprägt.

FAIRTRADE-Kakao aus Afrika (und anderen Regionen) ist in Österreich sehr beliebt. Mehr als 9 Mio. USD an Direkteinnahmen gingen durch den Verzehr von FAIRTRADE-Schokolade in Österreich im Vorjahr an die Kakao-Kleinbauernfamilien weltweit. Um den positiven Impact weiter zu erhöhen, hat Fairtrade International 2019 den FAIRTRADE-Mindestpreis und die -Prämie für Kakao um jeweils 20 Prozent erhöht. Positiv auswirken könnte sich auch der neue staatliche Referenzpreis für Kakao in Ghana und der Elfenbeinküste, der im Oktober 2020 wirksam wurde.

Die Haupterntezeit für den Kakao ist Ende Dezember vorbei, jetzt werden die Bäume gepflegt, ausgeschnitten und gedüngt. Die Kakao-Kooperativen sind in vielen Fällen nur mit dem Jeep über staubige Straßen erreichbar. Viele Dörfer sind ohne Strom, Wasser gibt es aus dem Dorfbrunnen. FAIRTRADE-Prämienprojekte wie Schulen oder Community-Center sind essenziell für die Infrastruktur in diesen Gemeinschaften - und hier ist auch Platz zum Feiern. Fixer Bestandteil jedes Festmahls ist das Nationalgericht Fufu, auch Foufou oder Foutou geschrieben.

Ohne Fufu geht in West- und Zentralafrika gar nichts: Der stärkehaltige Brei besteht aus gestampften Plantanen (Kochbananen), je nach Gegend und persönlichen Vorlieben weicher oder fester, manchmal mit Maniok-Mehl und Öl ergänzt. Fufu wird oft zu Knödeln geformt, aus denen mit der Hand mundgerechte Stücke gezupft werden – und dazu gibt es saucenreiche Gerichte oder Suppen, erklärt Mireille Cisse Kone, Fairtrade Africa-Mitarbeiterin aus Abidjan. Je nach Region variiert, was zu den Feiertagen gegessen wird: „Sehr gern wird Huhn, Perlhuhn, Rind und Fisch in unterschiedlicher Form zubereitet: Pistaziensauce-Suppe, frittiertes Huhn, Tomatensuppe oder Palmsuppe, Okra mit Melanzani, geschmorter oder gebratener Fisch.“ Dazu gibt’s fast immer Fufu aus Yamswurzeln, Kochbananen, Attieke (ebenfalls ein Stärkebrei, Anm.) aus Maniok, Couscous oder Reis. Wie die Feiertage inmitten von Pandemie und politischer Unsicherheit heuer auch begangen werden – Fufu wird fix dabei sein.

Neugierig auf diese Köstlichkeit geworden? Hier geht's zum Fufu-Rezept mit FAIRTRADE-Zutaten! Guten Appetit!