Die Kaffeekooperative COMSA

„Kreative Lösungen"

Rund um Marcala in Honduras liegt ein traditionsreiches Kaffeegebiet. Wie FAIRTRADE dort gelebt wird, zeigt die Kooperative COMSA. „Wir müssen die Verbindung zur Natur wiederfinden!“ Fredy Pérez erklärt den Besucherinnen und Besuchern der Finca Fortaleza, worum es bei COMSA geht. Umgeben von sattem Grün, erzählt der Kaffeefarmer von seinem persönlichen Zugang zu FAIRTRADE: Ursprünglich herkömmlicher Kaffeebauer, sah Pérez eines Tages ein Video über Umweltzerstörung. Das Video war Teil einer Aufklärungskampagne von COMSA, der FAIRTRADE-zertifizierten Kaffeegenossenschaft in Marcala. Damals wurde dem Kaffeefarmer klar: „Wenn Pestizide alles in ihrer Nähe abtöten, töten sie letztlich auch mich.“ Grund genug für Pérez, auf Bioanbau umzustellen und Mitglied von COMSA zu werden. Heute leitet der 35-Jährige die Finca Fortaleza, eine „Übungsfarm“ von COMSA. Hier werden Farmer im Bioanbau geschult und lernen Alternativen zum Kaffeeanbau wie etwa Bienenzucht kennen. Selbst aus dem benachbarten Ausland reisen Interessierte an, um sich zu informieren. Biologischer Kaffee wird auf der Finca Fortaleza unter Pfirsichbäumen und Zedern angebaut, dazu Biosalate, -gemüse und -obst aller Art.

Das Herzstück der Farm ist jedoch die Herstellung des eigenen Düngers:
Kaffeerost kann ganze Ernten vernichten und tritt vermehrt dann auf, wenn starke Regenfälle einsetzen. Eine Bedrohung, der die FAIRTRADE-Kooperative mit besonderer Kreativität entgegentritt. Die Mitglieder verwenden ihre Kaffeeabfälle als Düngemittel. Aus Ernteabfällen und organischem Material entsteht das flüssige oder feste „Gold“, mit Mineralien aus gemahlenen Steinen oder Muscheln angereichert. „Alles, was wir für die Biolandwirtschaft brauchen, ist bereits vorhanden“, erklärt Pérez. Das ist zwar aufwendig, aber effektiv und umweltfreundlich. Positive Nebeneffekte: Es wurden zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen, die Produktivität konnte erhöht werden.