Die Kaffeekooperative Tiemelonla nich k lum

„Bio-Kaffee aus Mexico"

Tiemelonla Nich K Lum - übersetzt „die Kaffeeblüte, die uns eint“ ist ein genossenschaftlicher Zusammenschluss organisch-biologisch produzierender KaffeeproduzentInnen. Gegründet wurde Tiemelonla Ende 1986, um den indigenen KleinproduzentInnen die Chance zur Vermarktung ihres Kaffees abseits des ausbeuterischen Zwischenhandels zu geben. Anfangs erhielt Tiemelonla die Unterstützung von der bereits im Fairen Handel erfahrenen Genossenschaft UCIRI (ebenfalls Partnerorganisation der EZA Fairer Handel) im Bundesstaat Oaxaca, die anfangs auch die Exporte für Tiemelonla abwickelte. Inzwischen steht Tiemelonla auf eigenen Füßen und ist auch in der Lage, die Exporte selbst abzuwickeln. Trotzdem unterhält die Genossenschaft weiterhin intensive Arbeitsbeziehungen zu anderen Kaffeekooperativen wie UCIRI. Derzeit zählt Tiemelonla an die 255 Mitglieder aus verschiedenen Gemeinschaften in der Umgebung von Palenque in Chiapas / Südmexiko. Basis der Genossenschaft sind die ProduzentInnen in den unterschiedlichen Gemeinschaften. Die Mitglieder gehören ausschließlich dem Volk der Chol und der Tzeltales an und sind vor allem Männer in ihrer Funktion als Familienoberhäupter. Für Frauen werden eigene Programme im Bereich der Gesundheitsvorsorge, Ernährung und der Förderung des Handwerks angeboten. Außerdem wurden Maismühlen installiert, die den Frauen die mühsame Arbeit des Maismahlens abnehmen sollen. Die Mitglieder von Tielmelonla wählen den lokalen Vorstand und zwei Delegierte zur Regional- bzw. Generalversammlung. Das oberste Entscheidungsgremium ist die einmal jährlich stattfindende Generalversammlung der Delegierten. Außerdem gibt es verschiedene Arbeitsgruppen und Versammlungen auf Gemeindeebene. Tiemelonla hat einige Mitglieder als Bio-BeraterInnen („promotores“) bzw. TechnikerInnen ausgebildet, die vor Ort Maßnahmen des Bio-Landbaus vermitteln und kontrollieren und einen wichtigen Beitrag zur internen Qualitätssicherung leisten. So kann Tiemelonla alle Aufgabenbereiche selbst abdecken, ein wichtiger Schritt in Richtung Eigenverantwortung und Selbstbestimmung der Mitglieder. Oberste Ziele der Genossenschaft sind die Förderung der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung der Mitglieder und der indigenen Kultur der Chol und Tzeltales.  

Die Mitglieder von Tiemelonla Nich K Lum sind indigener Abstammung. Ihre Lebensweise ist von der Achtung vor der Natur und den traditionellen Wertvorstellungen geprägt. Biolandbau ist somit keine importierte Ideologie, sondern entspringt der kulturellen Tradition der Mitglieder. Ihre Achtung vor der Umwelt drückt sich am besten in der respektvollen Bezeichnung für die Natur aus: ”Mutter Erde” (Pachamama). Seit 1989 wird ausschließlich organisch-biologisch angebaut. Die Gründe für den Umstieg waren Probleme mit der abnehmenden Bodenfruchtbarkeit, ökologische Beweggründe und der bessere Preis für Biokaffee. Neben Kaffee werden auch Grundnahrungsmittel, Gemüse und Früchte für den Eigenbedarf angebaut. Die Verarbeitung der Kaffeekrischen zu Kaffeebohnen erfolgt durch die ProduzentInnen. Der organisch-biologische Kaffeeanbau erfordert viel Mühe und Arbeit und genaue Kenntnisse der natürlichen Kreisläufe: so werden Schatten spendende und Stickstoff bindende Bäume zwischen die Kaffeestauden gepflanzt. Die Bäume schützen den Kaffee vor zuviel Sonne, regulieren die Luftfeuchtigkeit, schützen vor Erosion, fördern die Bodenfruchtbarkeit und beugen dem Kaffeerost, einer häufigen Krankheit, vor. Der biologische Dünger wird durch Kompostierung aus den Pflanzenabfällen (vor allem aus dem Fruchtfleisch der Kaffeekirsche) gewonnen. Das Unkraut wird händisch entfernt. Schädlinge werden mit selbst angesetzten Mitteln auf biologischer Basis bekämpft.

Informationen von der EZA Fairer Handel