Die häufigsten Fragen rund um FAIRTRADE

Was ist FAIRTRADE Österreich?
FAIRTRADE-Code - Was ist das eigentlich und wo ist er zu finden?

Der FAIRTRADE-Code ist eine Nummer, die sich auf der Verpackung Ihres FAIRTRADE-Produktes befindet. Bei FAIRTRADE-Früchten – wie zum Beispiel Bananen – finden Sie den Code auf dem Aufkleber.  Hinter allen FAIRTRADE-Produkten stehen Menschen und ihre Geschichten: Mit Hilfe des FAIRTRADE-Codes können Sie ganz einfach herausfinden, welche Produzentenorganisationen Sie mit dem Kauf des jeweiligen FAIRTRADE-Produktes unterstützen. Geben Sie dazu den FAIRTRADE-Code auf unserer Website www.fairtrade.at ein und statten Sie den Bauernfamilien und Arbeiterinnen und Arbeitern einen virtuellen Besuch ab: Sie erfahren wo Menschen leben, wie sie arbeiten und welche Projekte bereits durch die FAIRTRADE-Prämie finanziert werden konnten.

Warum gibt es FAIRTRADE-Produkte auch bei Discountern?
Bieten große Firmen nur FAIRTRADE-Produkte an, um damit ihr Image zu verbessern?

Grundsätzlich gilt: FAIRTRADE zertifiziert Produkte, nicht Unternehmen. Jedes Produkt mit dem FAIRTRADE-Siegel erfüllt die internationalen FAIRTRADE-Standards. Unabhängig davon, welche Unternehmen in der Wertschöpfungskette involviert sind, erhalten die Produzentengruppen dieselben FAIRTRADE-Mindestpreise und –Prämien. Daher profitieren die FAIRTRADE-Kleinbauernfamilien und Arbeiterinnen und Arbeiter von jeder Produkteinführung durch neue Marktzugänge und höhere Absätze zu FAIRTRADE-Bedingungen.

FAIRTRADE ist mit dem ausdrücklichen Ziel gegründet worden, ein faireres Handelssystem zu entwickeln, das auch im konventionellen Markt bestehen kann und das für alle Firmen offen ist, die gewillt sind, die Richtlinien des fairen Handels zu befolgen. Je mehr Firmen mit FAIRTRADE zusammenzuarbeiten und Produkte mit dem FAIRTRADE-Siegel ins Sortiment aufnehmen, desto mehr Menschen profitieren in Afrika, Asien und Lateinamerika.

Wo kann ich Verstöße gegen die Nutzung des FAIRTRADE-Siegels melden?

Nehmen Sie bitte Kontakt mit FAIRTRADE Österreich auf: office@fairtrade.at

Ist es möglich, eine FAIRTRADE-Produzentengruppe zu besuchen?

Aufgrund der steigenden Bekanntheit des fairen Handels erhalten Produzentenorganisationen zunehmend Besuchsanfragen aus der Öffentlichkeit. FAIRTRADE Österreich kann Sie leider nicht mit einer FAIRTRADE-Kleinbauernkooperative oder –Plantage in Kontakt bringen, da die meisten Produzentengruppen keine Besucherinnen und Besucher empfangen können.

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Was kann ich tun, wenn mir auf einer Reise ein Verstoß gegen die FAIRTRADE-Standards auffällt?

Zurück von Ihrer Reise nehmen Sie Kontakt mit unserem Verein FAIRTRADE Österreich auf, der alles weitere in die Wege leitet: office@fairtrade.at

FAIRTRADE-Siegel

Wie funktioniert der faire Handel mit dem FAIRTRADE-Siegel?
Wie wirkt der faire Handel mit dem FAIRTRADE-Siegel?
Was ist das FAIRTRADE-Siegel?
Was sind die FAIRTRADE-Programme für Kakao, Zucker und Baumwolle?
Einige Produkte enthalten den Hinweis, sie seien "fair gehandelt", ohne das FAIRTRADE-Siegel zu tragen?

Viele Unternehmen, die ihre Produkte als „fair gehandelt“ kennzeichnen, obwohl sie kein FAIRTRADE-Siegel tragen, arbeiten mit einem international anerkannten Netzwerk, wie zum Beispiel der World Fair Trade Organisation (WFTO) zusammen. Es gibt auch aber auch Unternehmen, die kein Mitglied eines anerkannten Netzwerks sind, und trotzdem Produkte anbieten, welche als fair gehandelt gekennzeichnet sind. Immer öfter rufen vor allem große Unternehmen „eigene“ Labels ins Leben. Hier ist es wichtig nachzufragen, was die Produktkennzeichnung genau bedeutet und ob sie einer unabhängigen Kontrolle unterliegen.

office@fairtrade.at

Warum gibt es kein FAIRTRADE-Siegel für Rohstoffe aus Österreich, der EU oder den USA?
Ist ein Produkt fairer, wenn es neben dem FAIRTRADE-Siegel auch noch andere Nachhaltigkeitssiegel trägt?

FAIRTRADE ist ein Modell mit einem ganzheitlichen Ansatz: Es stellt Anforderungen an den landwirtschaftlichen Anbau, an die Organisation der Bauernfamilien, und an den fairen Handel mit den Rohstoffen. FAIRTRADE stellt faire Handelsbedingungen in den Fokus und grenzt sich unter anderem aufgrund folgender Alleinstellungsmerkmale von anderen nachhaltigen Zertifizierungen ab:

  • Die FAIRTRADE-Prämie verbessert die Lebenssituation der Kakaobauernfamilien und ihrer Dorfgemeinschaften. Die demokratisch organisierten Kleinbauernkooperativen entscheiden über die Verwendung der Prämie in Gesundheit, Bildung, Infrastruktur und Produktivität.
  • Der FAIRTRADE-Mindestpreis bildet ein Sicherheitsnetz nach unten.
  • Die Produzentennetzwerke, also die Vertreterinnen und Vertreter der Kleinbauernkooperativen, sind in allen wichtigen FAIRTRADE-Gremien präsent. Strategische Entscheidungen werden zu 50% von den Produzentennetzwerken mitbestimmt.
  • FAIRTRADE verschafft den Produzentinnen und Produzenten Zugang zum Weltmarkt. Alle Vertragspartner erklären sich zu langfristigen Handelsbeziehungen bereit.

FAIRTRADE-Standards

Welche FAIRTRADE-Standards gibt es?
Was ist der FAIRTRADE-Mindestpreis?
Was ist die FAIRTRADE-Prämie?
Wie wird entschieden, wie hoch der Mindestpreis und die Prämie festgelegt werden?
Welchen Anteil des Verkaufspreises erhalten die FAIRTRADE-Produzentenorganisationen?

Fairtrade International setzt die FAIRTRADE-Mindestpreise und –Prämien fest, die direkt an die Kleinbauernkooperativen und Plantagen bezahlt werden müssen. FAIRTRADE hat jedoch keinen Einfluss auf die Preisgestaltung im Verkaufsregal. Der Anteil des Verkaufspreises, der bei der Kooperative oder Plantage ankommt, variiert von Lieferkette zu Lieferkette.

Auf der Website von Fairtrade International ist die Höhe der FAIRTRADE-Mindestpreise und –Prämien öffentlich einsehbar.

Warum sind FAIRTRADE-Produkte so teuer?

Generell gilt: Fairtrade International setzt Mindestpreise und –Prämien fest, die direkt an die Kooperativen bzw. Plantagen bezahlt werden müssen. Weder Fairtrade International noch die Nationalen FAIRTRADE Organisationen (NFOs) üben jedoch Einfluss auf die Preisgestaltung im Einzelhandel aus. Die unabhängige Kontrolle stellt sicher, dass die Produzentengruppen den FAIRTRADE-Mindestpreis bzw. den Weltmarktpreis erhalten, wenn dieser höher ist, und dass die FAIRTRADE-Prämie bei den Produzentengruppen ankommt.

Nicht alle FAIRTRADE-Produkte kosten tatsächlich mehr als konventionelle Produkte. Beim Preisvergleich müssen folgende Punkte beachtet werden:

  • FAIRTRADE-Produkte sind oft aufgrund der besonderen Produktionsmethoden von höherer Qualität. Bei Preisvergleichen zwischen konventionellen und FAIRTRADE-Produkten muss man daher darauf achten, Produkte derselben Qualitätskategorie zu vergleichen. Zum Beispiel sollte FAIRTRADE-Kaffee nur mit konventionellen Arabica-Sorten verglichen werden.
  • Es ist allgemein bekannt, dass gewisse Discount-Produkte bewusst verbilligt und effektiv durch die Margen anderer Produkte quersubventioniert werden. Werden solche Discount-Produkte mit FAIRTRADE-zertifizierten Produkten verglichen, ergibt das ein verfälschtes Bild. Es sollten daher nur Produkte aus dem gleichen Preissegment verglichen werden.
  • Ein weiterer Faktor ist die Größenordnung der Produktion. Kleine Losgrößen kommen den Produzentengruppen und weiterverarbeitenden Unternehmen bei jedem Schritt (Verpackung, Transport etc.) teurer, weil sie bei Preisverhandlungen keine großen Mengen ins Treffen führen können.
Warum gibt es für manche FAIRTRADE-Produkte keinen festgelegten Mindestpreis?

Für die meisten Produkte schreiben die FAIRTRADE-Standards einen festen Mindestpreis vor. Dieser muss von den ersten Aufkäufern - meist Exporteur oder Importeur - direkt an die Produzenten-Kooperativen oder Plantagen gezahlt werden. Für bestimmte Produkte jedoch – darunter Blumen, einige Kräuter und Gewürze, Rohrzucker oder einige Teesorten (Kamelie, Kamille, Hibiskus, Minze) – gibt FAIRTRADE keinen festen Mindestpreis vor. Die frei ausgehandelten Preise sollen aber die Kosten einer nachhaltigen Produktion decken.

Die Standards beinhalten jedoch immer – egal um welches Produkt es sich handelt – eine FAIRTRADE-Prämie, die der Kleinbauerkooperative bzw. auf Plantagen dem Prämien-Komitee aus gewählten Arbeitnehmervertretern zusätzlich zum Preis für die Rohstoffe gezahlt werden muss. Diese Prämie ist unabhängig von der Existenz eines Mindestpreises und bildet eines der wichtigsten Elemente von Fairtrade. Sie ermöglicht es den Produzenten verschiedene Projekte zu finanzieren, die der Gemeinschaft zu Gute kommen. Zum Beispiel den Bau einer Schule, einer Kantine, Investitionen in die Gesundheitsvorsorge oder in die Infrastruktur der Gemeinde. Dadurch wird die Lebens- und Arbeitssituation der Menschen vor Ort nachhaltig verbessert.

Gute Gründe für den Verzicht auf Mindestpreise:

Der Verzicht auf einen FAIRTRADE-Mindestpreis dient letztendlich dazu, dass so viele Bauern und Bäuerinnen wie möglich am fairen Handel teilhaben und neue Produkte aus unterschiedlichen Ländern FAIRTRADE-zertifiziert werden können. So wird ein schneller und einfacher Einstieg ins FAIRTRADE-System ermöglicht. Wichtig ist, dass nur auf einen Mindestpreis verzichtet wird, wenn auch die Bauern und Bäuerinnen oder die abhängig Beschäftigten von der Entscheidung profitieren und dieser zustimmen.

Eine der wichtigsten Aufgaben von FAIRTRADE ist es, die Interessen und Bedürfnisse von Kleinbäuerinnen und -bauern zu schützen. Aus diesem Grund behält es sich FAIRTRADE vor, auf Bitte von Produzentenorganisationen doch noch einen Mindestpreis festzulegen. Zum Beispiel wenn es vermehrt zu Schwierigkeiten bei der Preisverhandlung gekommen ist oder die Situation am Weltmarkt zu starken Preisschwankungen führt.

Warum gibt es für manche Produkte wie Kaffee oder Kakao keine Standards für Plantagen?

Die Schwierigkeiten, mit denen Produzentenorganisationen in Afrika, Asien und Lateinamerika konfrontiert sind, variieren sehr stark von Produkt zu Produkt. Die Entscheidung, ob auch Plantagen zertifiziert werden können, ist abhängig von den jeweiligen Gegebenheiten bei der Produktion der unterschiedlichen Rohstoffe.

Kaffee und Kakao werden weltweit zu 70-80% von Kleinbauernfamilien angebaut. Kakao- und Kaffeeplantagen haben meist nur wenige fix angestellte Arbeiterinnen und Arbeiter, sie beschäftigen in den Erntezeiten vor allem Tagelöhner. Eine der Stärken von Kleinbauernkooperativen ist die Unterstützung einer unabhängigen, demokratischen Entscheidungsstruktur. Bei ständig wechselnden Tagelöhnern hingegen wäre es schwierig zu kontrollieren, dass diese tatsächlich von FAIRTRADE profitieren.

Bei Tee, Blumen und Bananen ist die Situation anders. Diese Produkte werden das ganze Jahr über gleichmäßig geerntet und die Plantagen beschäftigen viele permanente Arbeitskräfte. Die Arbeiterinnen und Arbeiter leben mit ihren Familien in der Nähe der Plantage und somit kann die ganze Gemeinschaft von der FAIRTRADE-Prämie profitieren. Die Arbeiterinnen und Arbeiter profitieren außerdem vom FAIRTRADE-Standard für lohnabhängig Beschäftigte, zum Beispiel durch langfristige Verträge, verbesserte Löhne und Arbeiterrechte. Diese Standards wären in Kaffee- und Kakaoplantagen sehr schwer umzusetzen.

Gelten die FAIRTRADE-Standards für alle Abschnitte der Wertschöpfungskette?
Wie sieht es mit der physischen Rückverfolgbarkeit von FAIRTRADE-Produkten aus?
Was bedeutet Mengenausgleich/Mass Balance?
Wie erkennt die Konsumentin/der Konsument, dass das Produkt indirekt rückverfolgbar ist?

Mengenausgleich wird von FAIRTRADE aktiv kommuniziert, um sicherzugehen, dass die Öffentlichkeit informiert ist und versteht, was das FAIRTRADE-Siegel auf einem Produkt bedeutet. Auf jedem FAIRTRADE-Produkt der österreichischen Partnerfirmen, das mit Mengenausgleich gehandelt wird, ist daher auf der Verpackung der Hinweis „mit Mengenausgleich“ angebracht.

Warum klappt physische Rückverfolgbarkeit bei Bio, aber nicht bei FAIRTRADE?

FAIRTRADE funktioniert anders als Bio-Produktion. Bei Produkten des ökologischen Landbaus geht es vor allem um die unterschiedliche physische Qualität des Produktes im Vergleich zu Produkten aus konventionellem Anbau. Da Bio-Standards „nur“ Produktionsstandards sind, aber keine Vorschriften hinsichtlich wirtschaftlicher und sozialer Kriterien machen, ist hier die physische Rückverfolgbarkeit einerseits wichtiger als bei FAIRTRADE, andererseits aber auch einfacher zu gewährleisten, da im Bio-Bereich bereits wesentlich größere Mengen umgesetzt werden.

Verglichen mit Bio-Standards sind FAIRTRADE-Standards aber wesentlich breiter, da sie vor allem wirtschaftliche und soziale Kriterien enthalten – denn bei FAIRTRADE geht es um die Verbesserung der Lebensverhältnisse, nicht nur um die Anbauweise und Weiterverarbeitung. Aus Produzentensicht ist deshalb nicht die physische Identität eines Produktes entscheidend, sondern dass dank FAIRTRADE ein Marktzugang geschaffen wird, stabilere und höhere Preise erzielt werden können, und dadurch eine Verbesserung der Lebensverhältnisse überhaupt erst erreicht werden kann. Dank Mengenausgleich ist das auch dann möglich, wenn eine physische Rückverfolgbarkeit zum Beispiel wegen geringer Verkaufsmengen (noch) nicht möglich ist. Mengenausgleich ist also für FAIRTRADE-Produzenten ein entwicklungspolitisches Instrument der Armutsbekämpfung, und insbesondere wichtig für kleine Produzentenorganisationen.

Was ist ein Mischprodukt lt. FAIRTRADE-Standards? Wieso ist der Mindestanteil nur 20%?
Sind FAIRTRADE-Produkte gleichzeitig Bio-zertifiziert?

FAIRTRADE misst im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung umweltverträglichen Produktionsweisen und ökologischem Anbau eine wichtige Bedeutung zu. Oft haben FAIRTRADE-Bauernkooperativen nicht die Ressourcen, das Kapital, die Expertise oder die Zeit, um von Anfang an auf Bio zu setzen. Deshalb schreibt FAIRTRADE in einem ersten Schritt die Umstellung auf nachhaltige Landwirtschaft vor, in einem zweiten freiwilligen Schritt wird Bioanbau gezielt gefördert. FAIRTRADE berät die Produzentengruppen über das Marktpotential für Bio-Produkte und ist bei der Suche nach Informationen über den konkreten Umstellungsprozess behilflich. Außerdem wird für Bio-Produkte ein produktspezifisch festgelegter Bio-Zuschlag bezahlt. Der höhere Preis stellt sicher, dass der Käufer die Bauernfamilien für ihre Mehrkosten bei der Bio-Produktion entlohnt.

Wie steht es mit gentechnisch modifiziertem Saatgut?

Gentechnisch verändertes Saatgut hat negative Auswirkungen auf die Bauernfamilien: Sie werden durch teures Saatgut in Abhängigkeiten gedrängt und sind vor allem durch den meist notwendigen erhöhten Pestizideinsatz und die Ausbreitung von resistenten Pflanzenschädlingen betroffen. Die FAIRTRADE-Umweltstandards verbieten daher die Verwendung von gentechnisch verändertem Saatgut ausdrücklich. Das gilt auch für Rohstoffe, die nicht für den FAIRTRADE-Markt bestimmt sind, aber auf den gleichen Feldern angebaut werden.

Was ist die Liste der Gefahrenstoffe?

Pestizide schaden Mensch und Umwelt. Daher ist die Liste der Gefahrenstoffe ein wesentlicher Teil der ökologischen FAIRTRADE-Standards. Sie führt alle Chemikalien und Pestizide, die entweder vollständig verboten sind, die nur unter besonderen Umständen verwendet werden dürfen oder von deren weiterer Verwendung FAIRTRADE abrät. Sie gilt für Kleinbauernkooperativen, Plantagen und ab 2017 auch für Händler im FAIRTRADE-Netzwerk. Die Liste stützt sich auf internationale Referenzlisten wie unter anderem auf das Stockholmer Übereinkommen über persistente organische Schadstoffe und auf das Rotterdamer Übereinkommen über den Handel mit gefährlichen Chemikalien sowie Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmitteln. Neben dem Verbot der Substanzen auf der Pestizidliste ist in den FAIRTRADE-Standards eine grundlegende Verpflichtung verankert, den Einsatz erlaubter Pestizide auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Die unabhängige Kontrolle stellt sicher, dass alle Richtlinien eingehalten werden. 

Ist fairer Handel mit langen Transportwegen vereinbar?

In der Ökobilanz eines Produktes spielen neben dem Transport auch die Herstellung, Verarbeitung und Vermarktung eine große Rolle. Daher kann ein österreichisches Produkt, wenn es energieintensiv hergestellt wird, eine schlechtere Ökobilanz aufweisen als ein Importprodukt, welches einen langen Schiffsweg hinter sich hat. Das trifft zum Beispiel auf Rosen zu: Aufgrund des hohen Energieverbrauchs in europäischen Gewächshäusern ist die Ökobilanz (inkl. Transport) der europäischen Rosen deutlich ungünstiger als jene kenianischer Rosen.

Die FAIRTRADE-Prämien werden zunehmend für klimafreundliche Umweltschutzmaßnahmen verwendet. So ersetzten Teebauernfamilien aus Indien ihre traditionellen Holzöfen durch solarbetriebene Anlagen und in einer Kooperative in Costa Rica wird statt Holz mit Kaffeehülsen geheizt.

Warum gibt es FAIRTRADE-Standards für Produkte, die auch lokal produziert werden?

FAIRTRADE hat einen klaren entwicklungspolitischen Auftrag, mit dem Ziel die Lebensbedingungen benachteiligter Kleinbauernfamilien und Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen langfristig zu verbessern.

Aufgrund klimatischer Voraussetzungen werden viele Rohstoffe, wie unter anderem Kakao oder Kaffee, ausschließlich in der südlichen Hemisphäre angebaut, geerntet und teils auch verarbeitet. Es gibt aber auch Produkte, die sowohl in der nördlichen als auch in der südlichen Hemisphäre wachsen. Hier stellt sich zurecht die Frage, ob es gerade in Zeiten des Klimawandels sinnvoll sei, Produkte aus weit entfernten Ländern zu kaufen, wenn sie auch regional angebaut werden.

Gründe für den Griff zu FAIRTRADE-zertifizierter Ware, die auch lokal produziert wird, gibt es aber zur Genüge:

  • Oftmals deckt die regionale Produktion die Nachfrage nicht ab, wie das beispielsweise bei Honig oder Gemüse der Fall ist. Die FAIRTRADE-Produkte ergänzen hier das regionale Angebot.
  • Andere Produkte, wie fair gehandelter Zucker oder Rosen aus Kenia oder Tansania, weisen in vielen Fällen eine bessere Klimabilanz auf, da die in Österreich angepflanzten Blumen wegen des kühleren Klimas oftmals einen hohen Energieverbrauch in Gewächshäusern haben.
  • Wiederum andere Produkte, wie zB. FAIRTRADE-Wein, unterscheiden sich von lokalen Erzeugnissen oftmals in Geschmack und Qualität und ergänzen somit die Produktvielfalt im Supermarktregal.

Zertifizierung und Lizenzierung

Was ist der Unterschied zwischen Zertifizierung und Lizenzierung?

Zertifizierung:
Zertifiziert werden Produzentenorganisationen in sogenannten Entwicklungsländern und Händler entlang der FAIRTRADE-Lieferkette, welche im Besitz von FAIRTRADE Rohstoffen, Halbfertigprodukten oder Fertigprodukten kommen, also diese ein- und/oder verkaufen (z.B. Kleinbauernkooperativen, Importeure, Exporteure, Verarbeiter, Händler von Halbfertigprodukten, und andere). Die Zertifizierungskette endet bei dem Erzeuger, der das FAIRTRADE-besiegelte Produkt in die Verpackungsform bringt, in der sie dann vom Endverbraucher konsumiert wird. Alle zertifizierten Unternehmen entlang dieser Lieferkette besitzen einen Zertifizierungsvertrag mit FLOCERT. Es werden regelmäßige Audits durchgeführt. So kann der Warenfluss kontrolliert, und die Einhaltung der FAIRTRADE-Standards entlang der gesamten Lieferkette - von der Kleinbauernkooperative bis zum Endprodukt - sichergestellt werden.

Lizenzierung:
Partnerfirmen von FAIRTRADE Österreich sind Firmen, die Produkte unter Ihrer eigenen Marke vertreiben und die Produkte selbst herstellen oder bei einem externen Verarbeiter herstellen lassen. Diese Firmen haben einen Lizenzvertrag mit FAIRTRADE Österreich, welcher die Verwendung des FAIRTRADE-Siegels regelt. Partnerfirmen melden ihre FAIRTRADE-Verkäufe an FAIRTRADE Österreich und bezahlen eine daraus berechnete Lizenzgebühr.

Wie läuft der Prozess zur Zertifizierung einer neuen Kooperative ab?

FAIRTRADE wurde für Bauernfamilien entwickelt, die in Kooperativen organisiert sind. Die Mitglieder der Kooperative bewerben sich gemeinsam um eine Zertifizierung. Im ersten Schritt setzt sich die Kooperative mit den FAIRTRADE-Standards auseinander und stellt fest, ob sie die Mindestanforderungen einhalten kann. Wenn das der Fall ist, kontaktiert sie im nächsten Schritt FLOCERT und stellt einen Beitrittsantrag. Alle Anträge durchlaufen zunächst eine Eingangsprüfung, den "Scope Check", um die theoretische Zertifizierbarkeit eines Antragstellers zu prüfen. Dazu gehören die Prüfung des FAIRTRADE-Geltungsbereichs (z.B. Gibt es einen Standard für das Produkt, in dem spezifischen Land, für die Art der Organisation?), sowie die Prüfung der Angaben im Fragebogen und dessen Vollständigkeit und Übereinstimmung mit den beigefügten Dokumenten. Nach dem positiven Abschluss dieser Voruntersuchung wird der Kooperative eine Rechnung über die Zertifizierungsgebühr geschickt. Nach Eingang der Zahlung ist die Organisation für das erste Audit bereit.

Ein vollständiges Audit bei einer Kooperative dauert in der Regel mehrere Tage. Nach der Inspektion vor Ort schickt der Auditor einen Audit-Bericht an FLOCERT. Der zuständige FLOCERT-Analyst wertet diesen Bericht aus, prüft eventuell gefundene Abweichungen von den Standards und fordert Korrekturmaßnahmen dafür ein. Erst wenn alle Abweichungen korrigiert sind, kann FLOCERT eine Zertifizierungsentscheidung treffen.

Warum müssen Kooperativen etwas bezahlen, um sich zertifizieren zu lassen?

FLOCERT hat 2004 ein Zertifizierungsgebühren - System eingeführt, da das FAIRTRADE-System schnell wuchs und viele Produzentenorganisationen eine Zertifizierung beantragt haben. Für das erste Jahr setzt sich die Gebühr aus einer Antragsgebühr sowie einer Initial Basic Fee zusammen. Diese Einstiegssumme deckt alle Kosten inklusive des Audits für die ersten 12 Monate ab. Erst danach wird die jährliche Zertifizierungsgebühr fällig, die übrigens mit den Stimmen der Produzentennetzwerke bei Fairtrade International beschlossen wurde. Die Höhe der Gebühr hängt von der Größe und Art der jeweiligen Organisation und der zertifizierten Produkte ab.

Die Zertifizierungsgebühr machte es möglich, dass FLOCERT alle Bewerbungen bearbeiten kann und weiterhin Kooperativen und Plantagen ins FAIRTRADE-System aufgenommen werden können. Die Zertifizierungsgebühr ermöglicht auch eine Reihe von Dienstleistungen, welche zur Wissensaneignung und Qualitätssteigerung dienen.

Warum sind nicht alle FAIRTRADE-Produkte umweltfreundlich verpackt?
Wo kann ich Informationen zu einem bestimmten FAIRTRADE-Produkt erhalten & Qualitätsmängel reklamieren?

FAIRTRADE vergibt das FAIRTRADE-Siegel für zertifizierte Produkte in Österreich. Für das Endprodukt und deren Qualität ist aber der Hersteller verantwortlich. Falls Sie Informationen rund um ein bestimmtes Produkt benötigen oder einen Qualitätsmangel reklamieren möchten, bitten wir Sie daher, sich an den jeweiligen Hersteller zu wenden.

Darf ich mit FAIRTRADE-Produkten handeln/sie verkaufen? Was muss ich vorher tun?

Zum Verkauf von FAIRTRADE-zertifizierten Produkten unter Ihrer eigenen Marke benötigen Sie einen Lizenzvertrag mit FAIRTRADE Österreich. Dieser berechtigt zum internationalen Verkauf von Produkten mit dem FAIRTRADE-Siegel. Bitte wenden Sie sich bei Interesse an einer Lizenzierung oder weiteren Fragen zum Handel und Verkauf von FAIRTRADE-Produkten an thomas.angerer@fairtrade.at

Wie funktioniert die Produktkennzeichnung auf der Verpackung?

Die Produktkennzeichnung und das Verpackungslayout aller FAIRTRADE-Produkte bedürfen einer Vorab-Prüfung und Freigabe durch FAIRTRADE Österreich. Der verpflichtende FAIRTRADE-Verpackungstext enthält genaue Informationen über den FAIRTRADE-Inhalt eines Produktes. Die FAIRTRADE-Zutaten müssen getrennt von der allgemeinen Zutatenliste aufgeführt werden und der FAIRTRADE-Anteil in Mischprodukten im Lebensmittelbereich wird als prozentualer Anteil auf der Verpackung angegeben.

Beispiel für eine Trockenfruchtmischung:

Cashewkerne, Rosinen: Fairtrade-zertifiziert und von Fairtrade-Produzenten angebaut. Gesamtanteil: 65%

Durch faire Handelsbedingungen können Kleinbauern und Arbeiter in den Anbauländern in eine nachhaltige Zukunft investieren. Mehr Infos unter: www.fairtrade.at oder www.info.fairtrade.net (bei internationalen Verkäufen).

Insofern eine oder mehrere Zutaten mit indirekter physischer Rückverfolgbarkeit gehandelt werden (möglich bei Kakao, Tee, Zucker, Fruchtsaft), wird dies durch den Vermerk "mit Mengenausgleich" angegeben. Bei Produkten mit mehr als 50% Wasser- oder Milchanteil wird dieser Anteil im Gesamtanteil nicht berücksichtigt. Das wird durch den Vermerk "ohne Wasser/ohne Milch" veranschaulicht.

Informationen zu Mischprodukten

Informationen zum Mengenausgleich

Verschiedene Fair-Handelsorganisationen

Warum gibt es verschiedene Schreibweisen von Fair/trade/fairer Handel und wer steht dahinter?
  • Fair Trade/fairer Handel: Mit dem Ausdruck Fair Trade wird der gesamte faire Handel bezeichnet, d.h. die von NGOs und ähnlichen Organisationen initiierten Entwicklungszusammenarbeitsprogramme für kleinbäuerliche Betriebe und Plantagen in sogenannten Entwicklungsländern. Dazu gehören nicht nur Fairtrade International und dessen Mitglieder, sondern auch die Alternativen Handelsorganisationen (ATOs, zB. EZA in Österreich), die Weltläden und andere internationale Organisationen des fairen Handels (wie die World Fair Trade Organisation (WFTO). Sowohl besiegelte als auch nicht besiegelte Produkte können also mit der getrennten Schreibweise "Fair Trade" bezeichnet werden.
  • FAIRTRADE: Dieser Ausdruck bezeichnet das von Fairtrade International getragene und organisierte Produktzertifizierungs- und Siegelsystem des fairen Handels. Dazu zählen alle Mitglieder von Fairtrade International: Nationale FAIRTRADE Organisationen (NFOs, zB. FAIRTRADE Österreich, FAIRTRADE Deutschland, Max Havelaar Schweiz, Fairtrade Foundation UK), die FAIRTRADE Marketing Organisationen (FMO) und Produzentennetzwerke. (siehe LINK Netzwerk). Die Schreibweise FAIRTRADE findet sich also auf Produkten, die von Fairtrade International zertifiziert wurden.
Welche internationalen Organisationen setzen sich für den fairen Handel ein?

FINE ist eine informelle Plattform der vier großen Dachorganisationen Fairtrade International, WFTO (ehemals IFAT und NEWS) und EFTA. Der Name FINE setzt sich aus den ersten Buchstaben der damaligen Organisationen zusammen:

  • Fairtrade International
  • Die World Fair Trade Organization WFTO (ehemals IFAT und NEWS!) ist ein globales Netzwerk aus über 300 Fairhandelsorganisationen und vereint als einzige Dachorganisation sowohl Produzentinnen und Produzenten, Importorganisationen, Handelsorganisationen, andere Dachorganisationen sowie Weltläden und ähnliche Einzelhandelsgeschäfte.
  • Die European Fair Trade Association (EFTA) ist ein europäisches Netzwerk, in dem sich 11 Fair Trade Importeure aus mehreren Ländern (unter anderem die österreichische EZA Fairer Handels GmbH) zusammengeschlossen haben. Es finden regelmäßig Treffen statt und bilaterale Kooperationen werden gefördert.

Das Fair Trade Advocacy Office (FTAO) wird unter anderem von Fairtrade International und der EFTA getragen. 2004 wurde eine informelle Interessensvertretung gegründet, welche sich 2010 unter dem heutigen Namen Fair Trade Advocacy Office (FTAO) als rechtlich eigenständige Stiftung formalisierte. Sitz des FTAO ist Brüssel. Das FTAO beinhaltet das klare Mandat, für eine EU-Politik einzutreten, die fairen Handel und Handelsgerechtigkeit fördert, und durch seine Tätigkeit den Austausch mit den Europäischen Institutionen im Namen der Mitgliedsorganisationen intensiviert. 

Was ist der Unterschied zwischen FAIRTRADE Österreich, EZA Fairer Handel GmbH und den Weltläden?

Die EZA Fairer Handel GmbH stand am Beginn der Fairhandelsbewegung in Österreich. Seit 1975 importiert sie Produkte von sozial benachteiligten Produzentengruppen. Die EZA beliefert als Großhändlerin den Alternativhandel (Weltläden und Aktionsgruppen) sowie Großverbraucher und Supermärkte.

  • Beziehung zu FAIRTRADE: Die EZA Fairer Handel GmbH ist FAIRTRADE-Lizenznehmerin für Kaffee, Tee, Rohrzucker, Kakao, Schokolade, Orangen-/Fruchtsäfte, Erfrischungsgetränke, Süßwaren/Knabbereien, Getreide, Reis, Baumwollprodukte etc. Bei Produkten, für welche es keine FAIRTRADE-Standards gibt, ist die EZA für die Auswahl der Handelspartner und die Bedingungen, zu denen sie einkauft, selbst verantwortlich.

Die Weltläden verstehen sich als Fachgeschäfte für fairen Handel. Weltläden verkaufen jedoch nicht nur Waren, sondern informieren die Öffentlichkeit auch über ihre Partner und über die Strukturen des Welthandels, um so ein breiteres Engagement für umfassende, faire Beziehungen mit Lateinamerika, Asien und Afrika zu fördern.

  • Beziehung zu FAIRTRADE: Die ARGE Weltläden ist eine Trägerorganisation von FAIRTRADE Österreich und hat die FAIRTRADE-Gründung aktiv mit vorbereitet. Die Weltläden verkaufen Kaffee, Tee, Rohrzucker, Kakao, Schokoladen, Fruchtsäfte, Erfrischungsgetränke, Süßwaren und Knabbereien, Getreide, Reis, Gewürze, Baumwollprodukte, Kunsthandwerk, Literatur und vieles mehr.

Fairer Handel und Kaffee

Wie funktioniert der faire Handel bei Kaffee?
Was ist eine FAIRTRADE-Kaffeemischung?

Viele Kaffeeröster mischen Kaffees verschiedener Anbauländer, um eine ganz spezifische Röstung zu erzielen und Unterschiede in Qualität und Geschmack, zum Beispiel durch klimatische Ereignisse, besser ausgleichen zu können. Durch das Mischen ändert sich der Geschmack Ihrer Lieblingsmischung nicht von Ernte zu Ernte. Wenn verschiedene Rohkaffees gemischt werden, müssen alle Rohkaffees der Mischung zu 100% von FAIRTRADE-zertifizierten Kooperativen stammen. Es wird also nie mit Kaffee aus konventionellem Anbau gemischt.

Ein Kaffeeröster bietet "fair gehandelten Kaffee", aber ohne FAIRTRADE-Siegel, an. Was bedeutet das?

Viele Kaffeeröster erheben den Anspruch, fair gehandelten Kaffee anzubieten, welcher weder der unabhängigen Prüfung der FAIRTRADE-Zertifizierung unterliegt, noch Mitglied eines anerkannten Netzwerks, zB. der WFTO, ist oder ein anderes Siegel trägt. Hier ist es wichtig nachzufragen, worauf sich die Ansprüche gründen. Auch wenn der Kaffee aus FAIRTRADE-zertifizierten Quellen stammt, ist eine Zertifizierung des Rösters wichtig. Nur so kann sichergestellt werden, dass eine unabhängige Kontrolle stattfindet und der Kaffee, den Sie trinken, tatsächlich fair gehandelt ist.

Was ist der Unterschied zwischen FAIRTRADE und Direct Trade?

Direkte Lieferbedingungen und FAIRTRADE-Standards schließen einander nicht aus - im Gegenteil. Pioniere des Fairen Handels (wie z.B. die EZA Fairer Handel GmbH oder Alt Wien) leben echten direkten Handel mit FAIRTRADE-Produzentenorganisationen seit Jahrzehnten erfolgreich vor. Individuelle Einzelvereinbarungen ohne Zertifizierung können im Gegensatz dazu "alles oder nichts" betreffen, und werden auch nicht unabhängig auditiert, wie das bei FAIRTRADE der Fall ist.

Sofern die Kaffeebauernfamilien fair bezahlt werden, begrüßen wir natürlich auch Einzelinitiativen. Der FAIRTRADE-Ansatz ist jedoch wesentlich umfassender: Standards im ökonomischen, sozialen und ökologischen Bereich stellen sicher, dass die Kaffeebauernfamilien auf vielen Ebenen nachhaltig profitieren. Selbstbestimmung wird durch kooperative Strukturen gefördert. FAIRTRADE-zertifizierte Kaffeeröster unterstützen also einen gesamtheitlichen entwicklungspolitischen Ansatz, der durch das FAIRTRADE-Siegel transparent nachvollziehbar ist.

Wie profitieren die Kaffeebauernfamilien in Kolumbien durch die Zusammenarbeit mit Nespresso?

Fairtrade International und Nespresso arbeiten im Rahmen eines Pensionsfonds-Projekts in Kolumbien zusammen, um die Bauernfamilien der Kooperative Aguadas und deren Gemeinschaft zu stärken.

Nespresso bezieht einen Teil des Kaffees zu FAIRTRADE-Bedingungen (ua. Bezahlung des Mindestpreises und der FAIRTRADE-Prämie für den Anteil des eingekauften Rohkaffees) von der Kooperative Aguadas. Zu Beginn der Zusammenarbeit haben die Kleinbauernfamilien der Kooperative die Notwendigkeit einer Pensionsvorsorge als besonders wichtig eingestuft und haben demokratisch entschieden, einen Teil der Prämie dafür einzusetzen. Daher wurde in einer öffentlich-privaten Partnerschaft gemeinsam mit den Bauernfamilien, Fairtrade International, Nespresso und dem kolumbianischen Arbeitsministerium der Zugang zu einem Pensionsfonds geschaffen. Die Pilotinitiative stützt sich auf das nationale Rentensystem, Beneficios Económicos Periodicos (BEPS), das vom kolumbianischen Arbeitsministerium für Arbeiterinnen und Arbeiter entwickelt wurde, deren Einkommen zu niedrig ist, um einen Beitrag zu einer Altersrente zu zahlen. Das Projekt soll auch nachfolgenden Generationen bessere Perspektiven im Kaffeeanbau ermöglichen. Es profitieren momentan 854 Kaffeebauernfamilien.

Die Kooperative hat demokratisch entschieden, 50% der erwirtschafteten FAIRTRADE-Prämie in den Pensionsfonds zu investieren. Die kolumbianische Regierung steuert einen Aufschlag von 20% bei. Die restlichen 50% der FAIRTRADE-Prämie werden auf Wunsch der Kooperative in produktivitäts- und qualitätsverbessernde Maßnahmen investiert.

Derzeit gibt es keine Nespresso-Kapseln mit FAIRTRADE-Siegel zu kaufen - ob sich das in Zukunft ändern wird, ist von der Strategie des Unternehmens abhängig.

Der Fokus der Zusammenarbeit zwischen Nespresso und Fairtrade International liegt momentan auf der Stärkung des AAA Nachhaltigkeitsprogramms von Nespresso. Der wichtige Beitrag von Fairtrade International in diesem Zusammenhang ist jahrelange Erfahrung und eine Expertise im Bereich soziale Nachhaltigkeit und Empowerment von Kleinbauernfamilien.

Fairer Handel und Kakao

Wie funktioniert der faire Handel bei Kakao?
Wieviel Prozent des Kakaos einer Schokolade muss FAIRTRADE-zertifiziert sein?

Für alle besiegelten Kakao-Produkte müssen 100% des enthaltenen Kakaos nach den internationalen FAIRTRADE Standards angebaut und gehandelt werden.

Warum sind nicht alle Zutaten in der Schokolade FAIRTRADE-zertifiziert?

In einer Tafel Schokolade mit dem FAIRTRADE-Siegel sind alle zu FAIRTRADE-Bedingungen verfügbaren Zutaten auch FAIRTRADE-zertifiziert. Das betrifft im Normalfall den Kakao (Kakaobutter, Kakaomasse), Zucker und Gewürze, wie zB. Vanille. Es gilt also die Regelung für Mischprodukte.

Fairer Handel und Bananen

Wie funktioniert der faire Handel bei Bananen?

Fairer Handel und Baumwolle

Wie funktioniert der faire Handel bei Baumwolle?
Welche Möglichkeiten gibt es für Unternehmen, sich bei Baumwolle und Textilien zu engagieren?
Kommt FAIRTRADE auch den Menschen zugute, die in den Textilfabriken arbeiten?
WAS IST DER FAIRTRADE-TEXTILSTANDARD?

Der Textilstandard und das Textilprogramm sind ein umfassender Ansatz zur Stärkung von Arbeiterinnen und Arbeitern und zur Verbesserung von Löhnen und Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie. Gemeinsam mit dem FAIRTRADE-Standard für Baumwolle erreicht FAIRTRADE so jeden Schritt der Textillieferkette. Der neue Ansatz bietet die bewährten Kontrollen und Zertifizierungen des FAIRTRADE-Systems – und zusätzlich ein begleitendes Textilprogramm, das Fabriken den Einstieg in fairere Arbeitsbedingungen erleichtert und sie bei der Umsetzung unterstützt.

Textilmanagerin Dr. Rossitza Krüger bei Fairtrade International im Gespräch (Frühjahr 2017): 

Der Textilstandard wurde vor rund einem Jahr veröffentlich, warum müssen Verbraucher auf ein gesiegeltes Textilprodukt warten, ist die Situation vor Ort so schlecht?
Der Fairtrade-Textilstandard deckt sämtliche Bereiche von Arbeitsrechten und Umweltschutz sehr umfassend ab, Lieferanten können sich jedoch aufgrund mangelnder Ressourcen häufig zunächst nur auf bestimmte Aspekte konzentrieren. Wir honorieren jeden Schritt in die richtige Richtung. In einigen Ländern ist die Zahlung von mehr als den gesetzlichen Mindestlöhnen ein riesen Schritt für die Lieferanten. Sie verpflichten sich damit zu einem ganz neuen Geschäftsmodell und treten erstmalig als soziale Arbeitgeber auf. Das hebt sie stark von ihrem Umfeld ab: Andere Unternehmen fokussieren sich bei jedem Auftrag auf Lieferbedingungen, Qualitätsansprüche und Preisdruck. Bei den meisten Betrieben sind die zeitlichen, finanziellen und personellen Kapazitäten für neue Investitionen schlichtweg nicht gegeben. Darum bemühen wir uns, gemeinsam mit der Geschäftsleitung und auch den Arbeiterinnen und Arbeitern, die Werte von Fairtrade so weit umzusetzen, wie es die Geschäftslage des Betriebs zu diesem Zeitpunkt realistisch zulässt. 

Wo sehen Sie weiterhin die größten Herausforderungen bei der Umsetzung des Standards?
Um das Handeln und die Strukturen wirklich verändern zu können, ist ein langfristiges Engagement aller Beteiligten erforderlich. Jeder einzelne Akteur, einschließlich Fairtrade, muss selbst Verantwortung übernehmen, um Nachhaltigkeit zu etablieren. Gleichzeitig müssen sich alle im Klaren darüber sein, dass es keine einfache Lösung für grundlegende Veränderungen gibt. Es dauert einige Zeit und es braucht vor allem eine gute Zusammenarbeit. Dazu gehört natürlich die menschliche Komponente, dazu gehören aber auch harte Fakten wie das Gehaltsniveau, soziale Sicherheit, die Regelung von Überstunden und die Vermeidung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten, die für jede Industrie, nicht nur die Textilbranche, typisch sind. Die Frage darf nicht nur sein, ob oder wann solche Standards in Angriff genommen werden, vielmehr ist es die Pflicht von Textilverarbeitern und Handelsmarken, diesen Weg zu gehen und Verbesserungen herbeizuführen. Das Maß des Engagements variiert dann nur in Bezug auf das jeweilige Profil als nachhaltiges Unternehmen. 

Warum ist es für Fairtrade so wichtig, Kooperationen wie beispielsweise mit der Fair Wear Foundation einzugehen?
Die Fair Wear Foundation hat unseren Weg in den letzten sechs Jahren enorm unterstützt, indem sie wertvolles Know-how eingebracht und sich auch selbst permanent weiterentwickelt hat. Durch ihre Verwaltungsstrukturen sind beide Organisationen, sowohl Fairtrade als auch die Fair Wear Foundation, Multistakeholder-Initiativen. Beide teilen die gleichen Werte und haben das gleiche Verständnis von Arbeitsrechten und den spezifischen Herausforderungen in bestimmten Ländern. Wir von Fairtrade erkennen das gute System der Fair Wear Foundation an, in dem die Markenunternehmen als Mitglieder aktiv eingebunden sind und Verantwortung für ihre Lieferanten übernehmen müssen. Für dieses Jahr planen wir gemeinsam die Anerkennung von Audits, da wir die Fachkompetenz der Fair Wear Foundation in allen Ländern, in denen sie vertreten sind, sehr schätzen. 

Wenn Sie einen Blick in die Zukunft wagen: Wann denken Sie können wir mit der ersten komplett zertifizierten Lieferkette rechnen?
Unser nächstes Ziel ist es, zunächst ein vertikal integriertes Unternehmen zu finden, das mit uns die nächste Kollektion einer Marke unter dem Siegel „Fairtrade Textile Production “ umsetzt. Wir haben bereits alle Rahmenbedingungen geschaffen, um auf den Markt zu gehen. Ich stelle mir die Frage, ob Asien oder Afrika nicht bald in Sachen nachhaltiger Kleidung Marktführer sein werden, da ihre Wirtschaftssysteme schnell wachsen und sich die lokale Industrie zunehmend durchsetzt.

Fairer Handel und Blumen

Wie funktioniert der faire Handel bei Blumen?

Fairer Handel und Fruchtsaft

Wie funktioniert der faire Handel bei Fruchtsaft?

FAIRTRADE-Stellungnahmen zu Herausforderungen in kritischer Berichterstattung

ARD „Montagscheck“, Juni 2016, Richtigstellung von TransFair Deutschland

Der ARD Montags-Check "Vorsicht, Verbraucherfalle" setzte sich unter anderem mit verschiedenen Nachhaltigkeits- und Fairhandelssiegeln auseinander. Wir bedauern, dass der Autor nicht die vorliegenden Informationen in seinem Beitrag nutzt und Verbrauchertäuschung suggeriert, wo das FAIRTRADE-System transparente und öffentlich nachlesbare Regelungen vorschreibt. 

Die Stellungnahme finden Sie hier.

Kakao-Kooperative Kavokiva in der Elfenbeinküste 
Die Mitglieder von Kavokiva entschieden per demokratischen Beschluss, mit den Prämieneinnahmen eine Krankenstation für die Mitglieder nebst Krankenversicherung aufzubauen. Nach Auskunft unserer BeraterInnen in der Elfenbeinküste war dies eines der ersten Projekte, das mit Prämiengeldern in Angriff genommen wurde. Die Krankenversicherung deckte demnach die Kooperativenmitglieder mit bis zu vier Familienmitglieder ab und ermöglichte den Bauernfamilien unter anderem eine kostenfreie Behandlung in der Krankenstation, Transport zu einem größeren Krankenhaus und Kostenübernahme für Medikamente – alles Kosten, die in einer öffentlichen Klinik von den PatientInnen selbst übernommen werden müssen. Gerade wegen möglicher Folgekosten von Behandlungen – insbesondere Medikamente – scheuen sich viele Bauernfamilien, bei Beschwerden in ein öffentliches Hospital zu gehen.

Die Klinik wurde von Kavokiva aufrecht erhalten bis 2010 nach den Wahlen in der Elfenbeinküste ein bürgerkriegsähnlicher Konflikt ausbrach. Kavokiva wurde hiervon hart getroffen: Nach Beendigung der Regierungskrise 2011 musste die Kooperative quasi von Null starten und die Finanzmittel für den Wiederaufbau nutzen. Die FAIRTRADE-Verkäufe gingen drastisch zurück und die finanzielle Situation wurde so prekär, dass die laufenden Kosten der Gesundheitsstation nicht mehr getragen werden konnten. Erst seit 2014 kommt die Organisation nach Informationen von Fairtrade Africa langsam wieder auf die Beine, braucht aber dringend finanzielle Mittel zum weiteren Aufbau. Seit 2015 arbeitet Kavokiva mit der Mikrofinanz-Organisation Shared Interest zusammen.

Mit dem Start des Kakaoprogramms 2014 und dem damit einhergehenden Ausbau der Unterstützungs- und Aufbauarbeit von Fairtrade Africa im Westafrikanischen Kakaosektor haben bei Kavokiva mehrere Trainings stattgefunden zu Themen wie Organisationsführung, Gute Landwirtschaftliche Praktiken (GAP) und Aufbau interner Kontrollsysteme.

> Mischprodukte 
> Mengenausgleich und Rückverfolgbarkeit 
> Mindestpreis und Prämien

FAIRTRADE arbeitet in einem Spannungsfeld, das auf der einen Seite die Erwartungshaltung von Verbraucherinnen und Verbrauchern nach schnellen Lösungen und einfacher Kommunikation und andererseits die Komplexität globaler Warenströme und Welthandelsstrukturen umfasst. Wir sind uns unserer verschiedenen Herausforderungen durchaus bewusst.

Stiftung Warentest bescheinigt FAIRTRADE hohe Aussagekraft 
In ihrer Mai-Ausgabe 2016 bewertete die Stiftung Warentest verschiedene „Nachhaltigkeitssiegel“. Drei Standards schneiden besonders positiv ab: darunter FAIRTRADE. Das Testfazit bescheinigt dem Siegel eine hohe Aussagekraft. In ihrem Fazit schreibt die Stiftung Warentest (StiWa), FAIRTRADE weise sehr starke übergreifende Standard-Kriterien auf. Besonders positiv bewertete die StiWa die stabilen Mindestpreise für Rohwaren und zusätzliche Prämien, die gute Rückverfolgbarkeit bis zum Ursprung, die guten Kontrollmechanismen sowie vielfältige Wirkungsanalysen.

Die Stärkung von Kleinbauern und Arbeitern, genannt Empowerment, ist eine langfristige Aufgabe, die den Aufbau von Fachwissen, Selbstbewusstsein und Ressourcen beinhaltet. Dieser Weg ist nicht frei von Rückschlägen, aber die Stimmen der Produzentenorganisationen und die Ergebnisse unabhängiger Studien, die immer wieder bestätigt haben, welche positive Wirkung Fairtrade vor Ort für die Menschen hat, unterstützen uns in der Auffassung, dass der Faire Handel ein wirkungsvolles Mittel ist, um ungerechte Handelsbedingungen zu bekämpfen und die Rechte von benachteiligten Bevölkerungen im internationalen Handel zu stärken.

Stiftung Warentest - Gütesiegelvergleich

ARD Radio Feature "Fair-Giftet", Februar 2015, Deutschland

Im Radio-Feature Fair-Giftet werden Verstöße gegen die FAIRTRADE-Standards auf einer Teeplantage in Assam kritisiert. Die genannte Farm beliefert nach unseren Informationen weder den österreichischen, noch den deutschen Markt und wurde bereits vor Ausstrahlung durch FLOCERT suspendiert.  TransFair und Fairtrade International sind sich der enormen Herausforderungen im Teeanbau bewusst. Um mehr Wirkung vor Ort zu erreichen, sind die gebündelten Kräfte von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft nötig. Für mehr Wirkung des Fairen Handels vor Ort, sind höhere Absätze unter FAIRTRADE-Bedingungen nötig, damit die Beschäftigten profitieren können.     

Vollständige Stellungnahme von Fairtrade Deutschland zum SWR Radio-Feature vom 17.02.2015

Zeit-Online-Artikel "Das Geschäft mit dem schlechten Geschmack", Januar 2015, Deutschland

Im Artikel „Das Geschäft mit dem schlechten Geschmack“ stellt der Autor die These auf, Fairtrade-Kaffee habe eine schlechtere Qualität. Dieser These widerspricht TransFair ausdrücklich. Lesen Sie hierzu das Statement von TransFair, in dem auch der Geschäftsführer von J.J.Darboven GmbH & Co. KG, sowie der Direktor für Unternehmensverantwortung vom deutschen Marktführer Tchibo, zu Wort kommen.  

Vollständiges Statement von Fairtrade Deutschland zum Zeit-Artikel vom 29.01.2015

Spiegel-Artikel "Unfairer Handel", Oktober 2014, Deutschland

In einem im Oktober 2014 veröffentlichten Marktcheck der Verbraucherzentrale (VZ) Hamburg testeten deutsche Verbraucherschützer die Informationen auf der Verpackung von 31 „fair“ gehandelten Produkten, wovon auch elf das FAIRTRADE-Siegel tragen. Die Ergebnisse thematisierte der Spiegel kurz darauf in seinem Artikel "Unfairer Handel" (Ausgabe 41/2014).

Von den getesteten FAIRTRADE-Produkten wurde der überwiegende Teil positiv bewertet; fünf Produkte wurden als zu wenig transparent in ihrer Produktbeschreibung bewertet. Hauptkritikpunkt war die Kennzeichnung bezüglich des Mengenausgleichs. TransFair hatte bereits im August 2012 den Hinweis auf Mengenausgleich für Produkte deutscher Lizenznehmer verbindlich gemacht. TransFair ist sowohl mit den Verbraucherzentralen als auch mit den Herstellern im Austausch, um größtmögliche Transparenz für die Verbraucherinnen und Verbraucher zu erreichen. 

Vollständige Stellungnahme von Fairtrade Deutschland zum SPiegel-Artikel vom 05.10.2014  


Zur Diskussion rund um den Marktcheck der Verbraucherzentrale Hamburg und dem darauf folgenden Spiegel-Artikel "Unfairer Handel" (Ausgabe 41/2014) fand am 07. Oktober 2014 ein Video-Live-Chat mit Dieter Overath, Geschäftsführer von TransFair e.V. statt.

Zeit-Artikel "Märchen zum Kaffee", August 2014, Deutschland

Im Artikel „Märchen zum Kaffee“ in der ZEIT-Ausgabe vom 14. August 2014 setzt sich der Autor kritisch mit Nachhaltigkeitslabeln und dem fairen Handel auseinander.  FAIRTRADE entwickelt sich kontinuierlich weiter und setzt sich auch über hier angesprochene Themen mit allen Teilhabern des Systems stets kritisch auseinander. Der Begriff "fair" ist anders als der Begriff "bio" nicht geschützt, demnach kann er überwiegend frei genutzt werden. Das FAIRTRADE-Siegel dagegen beruht auf international gültigen, transparenten und konsistenten Standards. Informieren Sie sich in der vollständigen Stellungnahme von Fairtrade Deutschland auf welchen Standards FAIRTRADE beruht.  

Vollständiges Statement von Fairtrade Deutschland zum Zeit-Artikel vom 14.08.2014

Arte-Doku "Der faire Handel auf dem Prüfstand", Juli 2014

Am 15.07. wurde eine Wiederholung der kritischen Dokumentation mit dem Titel "Der faire Handel auf dem Prüfstand” von Donatien Lemaître ausgestrahlt. Darin wurden schwere Vorwürfe gegen den Fairen Handel und gegen Fairtrade erhoben. 

TransFair hat nicht nur Stellung bezogen, sondern die Wiederholung auch als Chance genutzt, um über Neuerungen, wie die Überarbeitung des Standards für lohnabhängige Beschäftigte, und Themen wie existenzsichere Löhne zu informieren, sowie aufzuzeigen, wie sich die Situation vor Ort verändert hat, aber auch, wo nach wie vor große Herausforderungen liegen.  

Vollständiges Statement von FAIRTRADE zur Arte-Doku vom 15.07.2014

Kritik zu SOAS-Studie, Mai 2014

Die School of Oriental and African Studies (SOAS) der University of London führte 2014 eine Untersuchung zu Blumen und Kaffee in Äthiopien sowie zu Tee und Kaffee in Uganda durch. Der Studienfokus lag auf der speziellen Situation von Lohnarbeitskräften in ländlichen Regionen, in denen Fairtrade-zertifizierte Betriebe neben nicht zertifizierten Betrieben existieren. 

Die Studie fand dabei keine Hinweise, dass FAIRTRADE einen positiven Einfluss auf die Gehälter oder Arbeitsbedingungen dieser Beschäftigten habe. Die Studie trifft jedoch keine Aussage über die Wirkung von FAIRTRADE auf in Kooperativen zusammengeschlossene Kleinbauern.  FAIRTRADE begrüßt die Studie, deren ausführlicher Datensatz interessante Sachverhalte darlegt. Dennoch kritisieren FAIRTRADE und andere Akteure - wie das National Research Institute der University of Greenwich (NRI) und die globale Vereinigung für Sozial- und Umweltstandards ISEAL Alliance - die Methodik und die verallgemeinernden Rückschlüsse. 

Die ausführliche Stellungnahme von Fairtrade International zu SOAS-Studie vom 28.05.2014 sowie die Einschätzung des NRI und der ISEAL Alliance finden Sie hier.

Stiftung Warentest "Orangensaft", März 2014, Deutschland

Die Stiftung Warentest veröffentlichte in der Ausgabe 4/2014 vom 27. März 2014 einen Orangensafttest, in dem zwei FAIRTRADE-Säfte bewertet werden. Die Säfte von Pfanner und der Lidl Eigenmarke Fairglobe erhielten die Gesamtnote „gut“, aber für das CSR-Engagement erhielt Pfanner die Note „ausreichend“; Lidl Fairglobe die Note „befriedigend“. 

Für TransFair ist diese Bewertung nicht nachvollziehbar. Denn zwei grundsätzliche Aspekte von FAIRTRADE wurden nicht berücksichtigt: der Unterschied zwischen Plantagen und kleinbäuerlichen Produzentenorganisationen und das Prinzip des Mengenausgleichs bei bestimmten Produkten wie Orangensaft. In der vollständigen Stellungnahme von Fairtrade Deutschland wird ausführlich auf diese beiden Punkte eingegangen. 

Vollständige Reaktion von Fairtrade Deutschland auf den Stiftung-Warentest-Artikel vom 27.03.2014  

ORF Weltjournal "Das Geschäft mit dem guten Gewissen", Jänner 2012

In dem Beitrag wird der Frage nachgegangen, wie FAIRTRADE anhand von drei Beispielen (Kaffee, Kakao, Rosen) funktioniert und es wird die Behauptung aufgestellt, dass FAIRTRADE gute Geschäfte für die Händler bringt, dass FAIRTRADE für die Kleinbauernfamilien und die Beschäftigten in den Fincas aber kaum etwas bringt. Vertreterinnen von REWE und Spar kommen ebenso zu Wort wie eine Vertreterin der Weltläden sowie Produzentinnen und Produzenten in Afrika und Lateinamerika. FAIRTRADE Österreich Geschäftsführer Hartwig Kirner sowie zahlreiche Partnerunternehmen, die Weltläden und NGO-VertreterInnen haben Stellung dazu bezogen.

Die im Beitrag erwähnte Plantage Corsicana ist mittlerweile nicht mehr im FAIRTRADE-System.

FAIRTRADE Stellungnahme
EZA
Göttin des Glücks
Zotter
ProGe
Sustainable Agentur
ARGE Weltläden