Aktuelles aus Österreich

Die Dynamik einer Krise

Aus der Not eine Tugend machen und den Blick über den Tellerrand riskieren: Darum ist aktuell nicht alles schlecht und dennoch vieles in Gefahr.

Allmählich stellt sich so etwas wie Routine in der Ausnahmesituation ein. Österreichs Wirtschaft ist immer noch sehr eingeschränkt, die anfängliche Schockstarre scheint aber überwunden. Unternehmerinnen und Unternehmer werden erfinderisch, Solidarität steht dabei oftmals im Fokus. So kochen renommierte FAIRTRADE-Gastropartner wie das Café Hildebrandt oder Biodeli gratis für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Supermärkten und von der Post. Haubenkoch Max Stiegl hingegen bietet lange haltbares „Soulfood“ in Gläsern an, das auch verschickt werden kann. Kaffeehausbesitzerin Christina Hummel kämpft wiederum wie viele andere in ihrer Branche um die Existenz – und findet dennoch die Kraft, aufmunternde Worte an die Menschen in Österreich zu schicken, um gemeinsam auch diese Herausforderung zu bestehen.

Der Wunsch, auch in der Krise produktiv zu sein und das Beste daraus zu machen, treibt so wie sie viele Menschen an. Auch FAIRTRADE-Gemeinden versuchen schon jetzt, regionale Betriebe zu unterstützen und Onlinehandel zu betreiben. Das zeigt: Stillstand passiert nur dort, wo wir es zulassen. In dieser Besinnung auf Naheliegendes und darauf, sein Bestes zu geben auch zwischen den großen Augenblicken, liegt eine Kraft, die hoffentlich die aktuelle Zeit überdauert. Viele begreifen die Not dieser Tage als eine Chance, die Basis für eine bessere Zukunft zu legen.

Aber es gibt auch jene, die Verunsicherung und Destabilität ausnutzen, um an den Grundfesten demokratischer Werte zu rütteln. Dafür muss man nicht ans andere Ende der Welt schauen, sondern nur über die österreichische Grenze blicken. Dass der Widerstand gegen solche Entwicklungen aktuell dermaßen gering ausfällt, ist mehr als alarmierend.
Ebenso wie die mangelnde Berichterstattung aus den Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas, die aktuell maximal eine Randnotiz sind. Dabei herrscht gerade hier die größte Not. Vielerorts drohen die Gesundheitssysteme zusammenzubrechen. Medizinische Versorgung ist in Ländern wie Indien oder Brasilien ohnehin ein Luxusgut, das sich nur wenige leisten können. Dennoch gelten Ausgangssperren und können Menschen ihrer Arbeit nicht nachgehen, die sie für das nackte Überleben benötigen.
Gerade in diesen Zeiten ist es darum wichtig, Solidarität zu leben und auch den Blick über den Tellerrand zu riskieren.
Wir möchten uns erneut bei Ihnen bedanken, dass Sie dem fairen Handel verbunden sind und auch in schweren Zeiten bewusst auf das FAIRTRADE-Siegel achten.