Aktuelles aus Österreich

Verkaufsverbote schaden nur

Sollten in Supermärkten aktuell nur noch Lebensmittel verkauft werden? – wir sprechen uns entschieden gegen diese Forderung aus.

Aus dem Fachhandel mehrt sich aktuell die Kritik daran, dass Supermärkte neben Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs auch Kleidung, Elektronik und Blumen verkaufen. Wir haben großes Verständnis für die schwierige Situation von Branchen, die durch die aktuellen Maßnahmen betroffen sind. Sie verdienen unser Mitgefühl und vor allem Unterstützungsmaßnahmen, die ihnen über diese schwere Zeit helfen.

Ein Verkaufsverbot von Rosen im Supermarkt trägt aber nicht zum Ziel bei, soziale Kontakte zu minimieren und damit das Ansteckungsrisiko zu reduzieren. Wenn man den Supermärkten jetzt vorschreibt FAIRTRADE-Rosen, die seit Jahren im Sortiment sind, aus dem Verkauf zu nehmen, ist niemandem geholfen, aber weiteren Wirtschaftszweigen geschadet. Denn ein Rosenstrauß der heute gekauft wird, verhindert keinen Absatz von Blumen im Fachhandel in einigen Wochen oder Monaten. Aber jeder Kauf hilft unserem Staat mit Steuergeldern, stärkt die heimischen Zulieferbetriebe und trägt dazu bei, dass Blumenfarmen überleben können.

Afrikanische FAIRTRADE-Blumenfarmen trifft die Corona-Krise ebenso hart, wie andere Unternehmen weltweit. Die Gesundheitssysteme in den Anbauländern sind prekär. Das ist ein Grund, warum viele Produzentinnen und –Produzenten die FAIRTRADE-Prämie gemeinsam in den Bau neuer Spitäler und die ärztliche Infrastruktur investieren. Um diese Einrichtungen am Laufen zu halten, ist ein ausreichender Umsatz mit den angebauten FAIRTRADE-Blumen nötig. Ein Handelsstopp hilft dem Blumen-Fachhandel nicht, gefährdet aber die Gesundheit und finanzielle Existenz unzähliger Menschen in den Anbauländern sowie österreichischen Zulieferbetrieben, die mit den Rosen handeln.