Pressemitteilung

Bessere Bedingungen für Kakaobauernfamilien

Bonn, 19. Juni - FAIRTRADE begrüßt den Aufruf der Zivilgesellschaft an alle Zertifizierungssysteme, einen Mindestpreis und eine feste Prämie für Kakao einzuführen, um auf diese Weise zu verhindern, dass ein Wettlauf um den niedrigsten Preis stattfindet.

Die Erklärung des VOICE-Netzwerks – ein Zusammenschluss von Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften, die sich für Nachhaltigkeit im Kakaosektor einsetzen – kritisiert das Zertifizierungssystem Rainforest Alliance/UTZ, da Rainforest Alliance/UTZ Kakaobäuerinnen und -bauern keinen Mindestpreis bezahle und auch die notwendige Erhöhung der an die Erzeuger gezahlten Preise nicht berücksichtige.

„Wir begrüßen die Forderung von VOICE, dass Rainforest Alliance/UTZ Produzenten einen Mindestpreis bezahlen sollte, um Kleinbäuerinnen und -bauern zu schützen und zudem Klarheit darüber zu schaffen, ob Rainforest Alliance/UTZ in Zukunft eine festgelegte oder verhandelbare Prämie zahlen wird“, sagt Jon Walker, Senior-Berater für Kakao von Fairtrade International. „Wie VOICE zu Recht feststellt, leben Kakaoproduzenten in extremer Armut. Im April 2018 veröffentlichte FAIRTRADE eine Studie über 3.000 ivorische Kakaobauernfamilien. 58 Prozent von ihnen lebten in extremer Armut. FAIRTRADE wird deshalb den Mindestpreis und die Prämie für Kakao ab Oktober 2019 um 20 Prozent erhöhen.

“Der neue FAIRTRADE-Mindestpreis von 2.400 US-Dollar gilt in Côte d'Ivoire und Ghana für Lieferungen ab dem 1. Oktober 2019. Genauso wie der FAIRTRADE-Mindestpreis gilt auch die FAIRTRADE-Prämie für Kakao weltweit, die von derzeit 200 US-Dollar auf 240 US-Dollar angehoben wird. Für FAIRTRADE Bio-Kakao liegt der neue FAIRTRADE-Mindestpreis 300 US-Dollar über dem Marktpreis oder dem FAIRTRADE-Mindestpreis, je nachdem, welcher zum Zeitpunkt des Verkaufs höher ist.

„FAIRTRADE geht davon aus, dass ein entscheidender Faktor zur Beseitigung der extremen Armut darin besteht, den Bäuerinnen und Bauern einen fairen Preis für ihren Kakao zu bezahlen, aber FAIRTRADE kann dies nicht allein bewältigen“, so Walker. „Wirkliche Veränderungen werden nur durch einen gemeinsamen Ansatz herbeigeführt und die jüngsten Ankündigungen der ivorischen und ghanaischen Regierung über einen gemeinsamen Mindestpreis von 2.600 US-Dollar sind daher eine spannende Entwicklung.“ Diese Maßnahme wurde vor wenigen Tagen von den beiden westafrikanischen Regierungen gemeinsam angekündigt und wird von FAIRTRADE unterstützt.

FAIRTRADE wird aktiv mit den Kakao-Regulierungsbehörden zusammenarbeiten, um zu entscheiden, wie der FAIRTRADE-Mindestpreis in das neue Preiskonzept eingebunden werden kann. Alle FAIRTRADE-Kakaobauernfamilien werden weiterhin die Vorteile der FAIRTRADE-Prämie genießen, die die höchste nicht verhandelbare Prämie aller globalen Zertifizierungssysteme ist.