Pressemitteilung

Fairtrade-Kaffee: Qualität und Empowerment

Ausführliches Statement von TransFair Deutschland zum Artikel auf der Zeit-Online Website vom 18.8.2014

Ausführliches Statement von TransFair Deutschland zum Artikel auf der Zeit-Online Website vom 18.8.2014

Fairtrade ist eine Bewegung, die sich kontinuierlich weiter entwickelt und sich über kritische Themen mit allen Teilhabern des Systems auseinandersetzt. Armut und Ungleichheit resultieren aus einem tiefgreifend ungerechten, hochkomplexen Welthandelssystem. Wie so oft bei komplexen Problemen, werden auch hier vielfältige Ansätze benötigt, um darauf zu reagieren. Bedauerlicherweise stellt der Zeit-Online-Artikel „Wenn Kaffee bitter schmeckt“ vom 18. August 2014 den Ansatz des Fairen Handels sehr selektiv dar. Wichtige Herangehensweisen und Aspekte des Fairtrade-Systems bleiben unberücksichtigt.

Fairtrade ist nicht das Allheilmittel für die Ungerechtigkeiten des weltweiten Handelssystems. Aber es ist ein Werkzeug, das Kleinbauern und Beschäftigten hilft, ihre Situation schrittweise zu stabilisieren und zu verbessern. Wie alle entwicklungspolitischen Ansätze, braucht der Faire Handel bestimmte Bedingungen, um seine Wirkung voll entfalten zu können.
Im Kaffeeanbau hat Fairtrade das Ziel, in Kooperativen zusammengeschlossene Kleinbauern dabei zu unterstützen, ihre Verhandlungsposition zu stärken. Stabile Mindestpreise sichern eine nachhaltige Produktion und sind ein Sicherheitsnetz gegen die extremen Preisschwankungen auf dem Weltmarkt. (Allein im vergangenen Jahr lagen die monatlichen Preisschwankungen zwischen 1,23 und 1,58 Dollar pro Pfund.) Die zusätzliche Fairtrade-Prämie ermöglicht Investitionen in Gemeinschaftsprojekte, Produktivitäts- und Qualitätsmaßnahmen.

Starke Organisationsstrukturen für eine starke Verhandlungsposition
Fairtrade ist mehr als Mindestpreis und Prämie. Organisationsstrukturen werden gestärkt, Schulungen zu Finanzen und Buchhaltung oder Trainings zu Umwelt- und Klimaschutz versetzen Produzenten in die Lage ihr Know-How auszubauen.

Insbesondere Genossenschaften sind in der Lage, gemeinsam in die Produktivität ihrer Mitgliedsbetriebe, in  Qualität und Vermarktung ihrer Produkte, und in die allgemeine Gesundheit und das Wohlergehen ihrer Mitglieder zu investieren – nicht umsonst sind Kooperativen die bei weitem stärkste Gruppe der Fairtrade-Produzenten. Fairtrade wird daher auch weiterhin den Schwerpunkt auf die Förderung benachteiligter kleinbäuerlicher Produzenten legen. Im Kaffeeanbau liegt die Zahl der Fairtrade-Mitglieder bei rund 600.000.

Als einziges Standardsystem sind die Produzentenorganisationen Teilhaber und an allen Entscheidungen mit 50 Prozent Stimmanteil gleichberechtigt beteiligt. Sie sind Akteure und Gestalter des Fairen Handels, nicht lediglich „Empfänger“.
Die Ergebnisse unabhängiger wissenschaftlicher Studien unterstützen uns, die Arbeit von Fairtrade kritisch zu hinterfragen und zu verbessern. Welche Relevanz und vor allem welche Wirkung Fairtrade auf Kaffee-Kleinbauernorganisationen in Afrika, Asien und Lateinamerika hat und was kritische Faktoren für eine optimale Wirkung sind, haben verschiedene wissenschaftliche Erhebungen untersucht.

  • Eine Untersuchung der Universität Göttingen in Uganda aus dem Jahr 2013 ermittelte, dass Kleinbauern der untersuchten Fairtrade-zertifizierten Kooperative 30 Prozent mehr für Haushaltsausgaben zur Verfügung haben als die Vergleichsgruppen. Weiterhin gibt die Studie an, dass durch die Fairtrade-Zertifizierung die Armutswahrscheinlichkeit um 50 Prozent reduziert wird.
  • Ergebnisse einer Harvard-Studie zeigen, dass Fairtrade zu höheren Preisen für die Kleinbauern führt und diese besseren Zugang zu Krediten haben. Bauern nahmen demnach außerdem ihr wirtschaftliches Umfeld als stabiler wahr und setzten eher umweltfreundliche landwirtschaftliche Praktiken um.
  • Eine groß angelegte, Kontinent- und Sektor-übergreifende Studie des CEval-Instituts Saarbrücken (2012) belegt, dass z.B. zertifizierte Kaffeebauern in Peru über leicht höhere und stabilere Einkommen verfügen als die Vergleichsgruppe. Die Position der Frauen hat sich durch die Einführung von Gender Komitees verbessert. Für Kaffee (und Bananen) legen die Studienergebnisse zudem nahe, dass Fairtrade für andere Organisationen der Regionen als Rollenmodell fungiert und Teile der Standards auch dort übernommen werden. Hervorgehoben wird die höhere Partizipation, Planung und Durchführung von Gemeinschaftsprojekten. Verantwortungsübernahme und Kontrolle über die eigenen Investitionen sorgen für eine breite Akzeptanz von Projekten in den Gemeinden. Investitionen in die Infrastruktur durch die Fairtrade-Prämie verbesserten die Bildungschancen und die Qualität der Schulbildung, da Kinder leichter zur Schule kommen und diese attraktivere Arbeitsplätze für Lehrer sind. In Interviews gaben die Kaffeebauern an, in Jahren mit niedrigen Weltmarktpreisen allein durch die Fairtrade-Zertifizierung Produktionskosten decken zu können.

Die verschiedenen Studienergebnisse zeigen aber auch, dass weiterhin viele Probleme zu bewältigen sind. Ausschlaggebend für die Wirkung von Fairtrade sind starke Organisationsstrukturen mit einer engagierten Kooperativenverwaltung, die ihre Mitglieder gut über Fairtrade, die Kriterien, Rechte und Vorteile informiert. Damit Fairtrade wirken kann, sind außerdem kontinuierlich hohe Verkäufe unter Fairtrade-Bedingungen nötig. Nach wie vor können aber viele Kooperativen nur einen Teil der Ernte unter fairen Bedingungen verkaufen, da die Nachfrage nicht ausreichend vorhanden ist. Nur für die Fairtrade-Verkäufe erhalten sie aber stabile Mindestpreise und Prämien. Im Monitoring Report von Fairtrade International geht die Dachorganisation auf die Entwicklungen von Fairtrade-Produzentenorganisationen in allen Anbauregionen ein.

Qualitätsprodukte mit dem Fairtrade-Siegel

Kaffee mit dem Fairtrade-Siegel rangiert nicht außerhalb des Marktes und muss sich genauso durch Qualität auszeichnen. Es ist naiv zu glauben, dass Verbraucherinnen und Verbraucher aus Solidarität minderwertigen Kaffee trinken würden. Über 40 angesehene Partner bieten fair gehandelten Markenkaffee an und riskieren bestimmt nicht, hierfür schlechte Bewertungen zu erhalten. Im Gegenteil: Fairtrade-Produkte sind immer wieder unter den Siegern verschiedener Verbrauchertests. Das Qualitätsmanagement der Kaffeeröster und -anbieter macht für Fairtrade keine Ausnahmen. Natürlich kann hohe Qualität auch höhere Preise generieren, das ist ein genereller Anreiz, die Qualität zu erhöhen.

Schritt für Schritt zu mehr Empowerment

„Empowerment“ – also die Stärkung und Souveränität von Produzentenorganisationen in ihrem Lebens- und Arbeitsumfeld – ist ein stetiger Prozess, der nicht frei von Rückschlägen ist. Uns ist wohl bewusst, dass es noch viel zu tun gibt. Sowohl innerhalb der Fairtrade-Bewegung als auch extern wird stets kritisch hinterfragt, ob wir auf dem richtigen Weg sind unsere Ziele zu erreichen. Wegschauen ist für uns keine Option.

Häufige Fragen zu diesem Thema

Wie viel kostet die Fairtrade-Zertifizierung?

Die Kosten der Zertifizierung variieren je nach Größe der Produzentenorganisationen. Die kleinsten Kooperative im Fairtrade-System zählen unter zehn Mitglieder, die größten mehrere Zehntausend. Ohne eine erste Zertifizierung vor Ort kann keine Produzenten-Organisation  ihre Produkte unter Fairtrade-Bedingungen verkaufen. Der Zeitaufwand für die Kontrollen ist sehr unterschiedlich und abhängig von der Größe der Bauern-Kooperative, der Organisations-Struktur und der Anzahl der unterschiedlichen Produkte, die zertifiziert werden sollen. Bei kleinen Organisationen bleiben die Inspekteure ca. drei bis vier Tage vor Ort, bei den größten Kooperativen kann die Kontrolle auch mehrere Wochen dauern. Die Zertifizierung und Kontrolle nach Fairtrade-Standards wird von der unabhängigen FLOCERT GmbH durchgeführt.

Ganz zu Beginn muss von der Organisation eine „Application Fee“ also eine Anmelde- und Prüfgebühr gezahlt werden. Sie beträgt 525 Euro und überprüft ob die grundsätzlichen Voraussetzungen für eine mögliche Zertifzierung vorliegen. Es folgt ein großes Eingangsaudit, bei dem die Kontrolleure von FLOCERT überprüfen, ob alle Kernkriterien der Fairtrade-Standards erfüllt werden. Für eine Kaffeekooperative mit 200 Mitgliedern beträgt diese Erst-Zertifizierungsgebühr beispielsweise 2.250 Euro.

Nachdem die Produzentenorganisation die Fairtrade-Zertifizierung erhalten haben, werden sie in einem jährlichen Rhythmus kontrolliert. Beispiel: Für eine Kaffeekooperative mit 200 Mitgliedern beträgt diese Gebühr 1.790 Euro.

Die Gebühr deckt alle Kosten für die Kontrolleure und Service von FLOCERT. Die Kostenstrukturen sind auf der Website von FLOCERT exemplarisch veröffentlicht; vor Ort hängen die Kosten auch vom tatsächlichen Aufwand bzw. der Aufenthaltsdauer ab.

Im Interview mit TransFair berichten Auditoren von FLOCERT über ihren Arbeitsalltag.

Produzenten-Unterstützungs-Fond
In der Regel schaffen es die Kooperativen, selbständig für die Zertifizierungskosten aufzukommen. Fairtrade International unterstützt aber auch die Kleinbauernorganisationen, die die Kosten der Zertifizierung nicht alleine tragen können. Bis zu 75 Prozent der Gebühren können bis zu zweimal durch den sogenannten Producer Certification Fund gedeckt werden. Der Fonds wird durch die Nationalen Fairtrade Organisationen, wie TransFair in Deutschland, finanziert und über Fairtrade International abgewickelt.

Darüber hinaus hilft Fairtrade International den Produzentenorganisationen, die Standards zu erfüllen. Die Berater der „Producer Services & Relations“ besuchen die Kooperativen, bieten themenbezogene Schulungen an und stehen bei Fragen zur Verfügung. Die Kosten hierfür werden von Fairtrade International getragen. Über den Beratungsservice, die Zertifizierung und ihre Arbeit in den Anbauländern vor Ort berichtete Nadia Hoarau-Mwaura im Interview mit TransFair.


Warum verlangt Fairtrade überhaupt Zertifizierungsgebühren?


In den Anfängen der Fairtrade-Bewegung war die Zertifizierung kostenfrei. Dies führte jedoch dazu, dass sich auch viele Organisationen zertifizieren ließen, die sich Marktzugänge erhofften, jedoch ohne wirkliches Interesse die Standards einzuhalten. Die Einführung von Gebühren war damit ein Schritt, die Wertigkeit, Ernsthaftigkeit und Bedeutung für die Zertifikats-Inhaber zu erhöhen – auch auf Wunsch von Produzenten.

Darüber hinaus ist unabhängige, externe und transparente Kontrolle für Fairtrade im Sinne des Codes of Good Practice der ISEAL Alliance unabdingbar. ISEAL ist der internationale Dachverband von Umwelt- und Sozialzertifizierungsorganisationen und schreibt die Verfahrensregeln für die Standardsetzung vor.

Die Zertifizierungs- und Kontrollfunktion liegt bei der unabhängigen FLOCERT GmbH. Alle Zertifikatsinhaber kommen selbst für die Audits und Zertifizierung auf.

FLOCERT ist selbst nach ISO65 Richtlinien zertifiziert.

ISO65 steht für:

  • Qualitätsmanagement
  • Transparenz bei allen Betriebs- und Zertifizierungsabläufen
  • Unabhängigkeit bei allen Entscheidungen, die während der Zertifizierung getroffen werden
  • Anspruch auf Zertifizierung bei Erfüllung der Fairtrade-Standards

ISO 65 ist heute die weltweit akzeptierte Akkreditierungsnorm für Zertifizierungsorganisation.Letztlich entscheiden die Kaffee-Kleinbauern und ihre Kooperativen über eine Fairtrade-Zertifizierung nicht alleine auf Grundlage des gezahlten Preises für ihren Kaffee, sondern auf Grundlage von vielfältigen Vorteilen, die eine Zertifizierung bietet, wie z.B. besserer Marktzugang, Beratung, größere Verhandlungsmacht, Empowerment, Finanzierung von Sozialprojekten über die Fairtrade-Prämie, besserer Kreditzugang, langfristige Abnahmeverträge, besserer Arbeitsbedingungen, Gesundheitsschutz, Ausschluss von Kinderarbeit und die Möglichkeit, sich selbständig kontinuierlich weiterzuentwickeln.


Wofür steht das Fairtrade-Siegel im Kaffeeanbau?

Die Fairtrade-Standards für Kaffee stärken gezielt Kleinbauernfamilien, die in Kooperativen zusammengeschlossen sind.

Unter anderem stehen die Fairtrade-Standards für Kaffee für:

  • Nur Kleinbauern, die sich zu Kooperativen oder Organisationen zusammengeschlossen haben, können ihren Kaffee zu Fairtrade-Bedingungen verkaufen.
  • Die Organisationen müssen politisch unabhängig sein und eine demokratische Struktur aufweisen in der jeder Bauern und jede Bäuerin das gleiche Stimmrecht hat.
  • Produzentenkooperativen erhalten einen festen Mindestpreis. Wenn der Weltmarktpreis über dem Fairtrade-Preis liegt, bekommen die Bauern den höheren Preis ausbezahlt.
  • Für biologisch angebauten Fairtrade-Kaffee erhalten die Bauern einen höheren Mindestpreis.
  • Die Bauern erhalten außerdem eine Fairtrade-Prämie, die an die Kooperative ausgezahlt wird. Mindestens 5 Cent pro Pfund (lb) Kaffee müssen dabei für Projekte zur Steigerung von Produktivität und Qualität verwendet werden. Die restlichen Einnahmen durch die Prämie müssen für soziale oder ökonomische Investitionen, die der Gemeinschaft zu Gute kommen, verwendet werden.
  • Umweltstandards begrenzen den Einsatz von Agro-Chemikalien und unterstützen die Bauern bei einer nachhaltigen Produktion.
  • Die Produzenten erhalten auf Wunsch eine Vorfinanzierung der Ernte von 60 Prozent des Vertragspreises.
  • Verbot von Zwangsarbeit und ausbeuterischer Kinderarbeit.


Welcher Anteil des Endverbrauchspreises kommt bei den Bauern an?


Fairtrade-Mindestpreis und Fairtrade-Prämie verstehen sich nicht als bestimmter Prozentsatz des End-Handelspreises, der zwischen Produkthersteller und Einzelhandel ausgehandelt wird und den die Verbraucherinnen und Verbraucher im Laden bezahlen. TransFair e.V. hat keinen Einfluss oder Einblick auf die Preisgestaltung im Verkaufsregal. Fairtrade-Mindestpreis und Fairtrade-Prämie werden unabhängig vom Endverkaufspreis immer an die Bauern ausgezahlt.

Das Fairtrade-Siegel steht dafür, dass die Produzenten-Organisationen einen festgelegten Mindestpreis sowie eine Fairtrade-Prämie zur Finanzierung von Gemeinschafts-Projekten erhalten. Die festgelegten Fairtrade-Preise gelten für den Verkauf des Produktes von der Produzentenorganisation an das nächste Glied in der Handelskette (üblicherweise den Exporteur oder Importeur). Der Fairtrade-Mindestpreis deckt die Kosten einer Produktion unter nachhaltiger Anbauweise.

Fairtrade ist mehr als ein stabiler Mindestpreis

Neben dem Mindestpreis beinhaltet Fairtrade viele weitere Aspekte, die nachweislich zu besseren Lebens- und Arbeitsbedingungen beitragen. Verschiedene unabhängige Studien haben sich in den letzten Jahren mit der Frage nach der Wirkung von Fairtrade auf die beteiligten Produzentenorganisationen befasst. Die positiven Auswirkungen auf die ökonomische Stabilität der Kooperativen, aber auch auf deren organisatorische Stärkungen wurden von verschiedenen Seiten bestätigt:

Starke Organisation und Fairtrade-Prämie für Gemeinschaftsprojekte

Damit Kaffeebauern ihre Ware unter Fairtrade-Bedingungen verkaufen dürfen, müssen sie sich in demokratisch organisierte Kooperativen zusammenschließen. Die Organisation in Kooperativen stärkt die Verhandlungsposition der Kleinbauern gegenüber den Einkäufern. Im Kaffeeanbau arbeitet Fairtrade ausschließlich mit Kooperativen zusammen, also selbständigen Kleinbauern mit eigenem Land, die sich zu einer demokratischen Organisation zusammengeschlossen haben. 

  • Zusätzlich zum Mindestpreis erhalten die Kooperativen eine Fairtrade-Prämie, die für Gemeinschaftsprojekte eingesetzt wird. Welche Projekte das jeweils sind, ob der Bau einer Schule, die Verbesserung der lokalen Infrastruktur oder der Kauf von technischem Equipment, entscheiden die Mitglieder der jeweiligen Kooperative selbständig und demokratisch. Bei Kaffee ist ein Viertel der Prämie an Investitionen in Maßnahmen zur Produktivitäts- und Qualitätssteigerung gebunden.
  • Die Abteilung “Producer Services and Relations” - kurz PSR – Teil der Dachorganisation Fairtrade International bzw. des Produzentennetzwerks Fairtrade Africa – ist für die Unterstützung von Fairtrade-Produzentenorganisationen zuständig, bspw. um das Fachwissen der Kleinbauern weiter zu steigern, ihre Verhandlungsposition zu stärken oder sie beispielsweise besser auf die möglichen Auswirkungen des Klimawandels vorzubereiten.

Fairtrade ist Empowerment

Fairtrade ist das einzige Sozialsystem weltweit, in dem die Produzentenorganisationen gleichberechtigt an allen Entscheidungen teilhaben und somit die Fairtrade-Bewegung aktiv mitgestalten. Über die Produzentennetzwerke (in Afrika: Fairtrade Africa) halten die Produzenten 50 Prozent an der Generalversammlung. In einem nächsten Schritt zu mehr Empowerment – d.h. mehr Verantwortung in den Süden zu verlagern – wird die Abteilung PSR von der Dachorganisation Fairtrade International in die Verantwortlichkeit der Produzentennetzwerke abgegeben. In Afrika wurde dieser Prozess bereits eingeleitet und in den kommenden Monaten vollzogen.