Pressemitteilung

Grobe Fouls in der Fußballproduktion

Während begeisterte Fußballfans den Spielen entgegenfiebern, protestieren tausende Menschen weltweit gegen die Milliarden-Ausgaben der brasilianischen Regierung und prangern die problematischen Bedingungen in der Sportartikelindustrie an.

Ein Blick hinter die Kulissen der weltweiten Fußballproduktion offenbart diese Missstände. Hartwig Kirner, Geschäftsführer von FAIRTRADE Österreich macht auf die massiven Verletzungen der sozialen Standards im Herstellungsprozess von Fußbällen aufmerksam: "Die Arbeitsbedingungen in der Fußballproduktion sind oft sehr schlecht, die ArbeiterInnen haben nur selten Kündigungsschutz und setzen durch fehlende Schutzvorrichtungen am Arbeitsplatz ihre Gesundheit aufs Spiel". Während der Fußball als Sport ein weltweites Phänomen ist, konzentriert sich die Produktion auf die Länder Pakistan, Indien und China. In WM-Jahren werden weltweit bis zu 60 Millionen Fußbälle produziert. Rund 75% der weltweit verwendeten Sportbälle kommen aus Pakistan, die meisten davon aus der Stadt Sialkot. "Die Löhne der ArbeiterInnen liegen oft weit unter dem Existenzminimum, so dass sie den Lebensunterhalt ihrer Familien nicht bestreiten können und - trotz gesetzlicher Verbote - auf die Zusatzarbeit ihrer Kinder angewiesen sind", so Kirner weiter.

Fair Play: Sportbälle im Fairen Handel

Seit 2002 wurden mehrere Produktionszentren in Pakistan FAIRTRADE-zertifiziert. In diesen Zentren profitieren die ArbeiterInnen von besseren Bedingungen, wobei der Kampf gegen die Diskriminierung der Frauen und ausbeuterische Kinderarbeit besondere Priorität hat. Sportbälle sind das einzige Produkt mit FAIRTRADE-Gütesiegel, bei dem sich die Zertifizierung nicht auf die Herstellung des Rohstoffes, sondern ausschließlich auf die Bedingungen innerhalb der Verarbeitungskette bezieht. Die FAIRTRADE-Standards gelten hierbei für vollzeitbeschäftigte ArbeiterInnen in Fabriken genauso wie für geringfügig Beschäftigte, die im Auftrag von Sublieferanten tätig sind. Das bedeutet u.a., dass alle ArbeiterInnen in allen Schritten der Fußballproduktion verpflichtend den gesetzlichen Mindestlohn oder darüber erhalten. Das gilt auch für die Gewährleistung von Sozialleistungen wie Gesundheitsvorsorge oder medizinische Versorgung für alle ArbeiterInnen. Außerdem besagen die Standards, dass Löhne und Arbeitsbedingungen fortschreitend verbessert werden müssen. Ausbeuterische Kinderarbeit und Zwangsarbeit sind verboten. Ein großer Teil der Beschäftigten in der Fußball-Produktion sind Frauen. FAIRTRADE-Standards verbieten die Diskriminierung von Frauen und schreiben vor, dass die ArbeitgeberInnen darauf achten müssen, dass die Arbeitsbedingungen in Fabriken oder Nähzentren speziell auch an die Bedürfnisse von Frauen angepasst sind. Lösungsansätze für die Stärkung der Rechte der Frauen beinhalten u.a. Mutterschutz, Fortbildung für Frauen, Kreditvergabe, um sich selbständig machen zu können und die Produktionsverfahren zu verbessern, oder auch das Erwirtschaften eines eigenes Einkommen, dies stärkt Selbstbewusstsein und Durchsetzungsfähigkeit..

"Nosso Jogo" - Initiative für globales Fair Play

Um die zahlreichen Menschenrechtsverletzungen im Zuge der WM in Brasilien anzuprangern, wurde mit "Nosso Jogo" - einer Initiative für Globales Fairplay", eine Petition gestartet. Sie fordert bindende Menschenrechtsstandards bei sportlichen Großevents und kann unter www.nossojogo.at unterschrieben werden.

FAIRTRADE- WM-Tippspiel

Trotz der zahlreichen Fouls im sozialen und ökologischen Bereich im Vorfeld der WM hofft FAIRTRADE auf ein "Fair Play" auf dem Spielfeld. Hier finden Sie das FAIRTRADE-WM-Tippspiel: http://fairtrade.wmtippspiel.eu/index.php?id=1

Rückfragen und Fotomaterialien: FAIRTRADE Österreich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Kristina Eggers, B.A.
Email: kristina.eggers@fairtrade.at
Tel.: +431 533 09 56 25