Statement

Statement zum FAIRTRADE-Ausstieg der Firma Zotter

Die Krone Bunt titelt in einem Bericht von 2018 „Der Schokokönig pfeift aufs Gütesiegel“. Wir beziehen Stellung zum Zotter-Ausstieg aus dem FAIRTRADE-System.

Im Zeitungsbericht der Wochenendbeilage „Krone Bunt“ wird der Mengenausgleich, der auch bei FAIRTRADE-Kakao zur Anwendung kommt, als unehrlich gegenüber Konsumentinnen und Konsumenten von Herrn Zotter beschrieben. FAIRTRADE weist darauf hin, dass mehr als 90 Prozent der Schokolade weltweit auf diese Weise produziert wird. Wir können die internationalen Produktionsbedingungen nicht alleine ändern, aber dafür sorgen, dass hart arbeitende FAIRTRADE-Kleinbauernfamilien im Ursprung fairer an der Wertschöpfungskette beteiligt werden. Umso mehr bedauern wir den Zotter-Ausstieg aus dem FAIRTRADE-System. Zum genannten Kritikpunkt Mengenausgleich und dem verbundenen Zotter-Ausstieg aus dem Fairtrade-System möchten wir hier noch einmal Stellung beziehen.

Was ist der Mengenausgleich und warum ist er für das Fairtrade-System wichtig?

Im Fokus von FAIRTRADE stehen bei Kakao derzeit Kleinbauernfamilien in Afrika. Noch immer lebt mehr als die Hälfte der Kakaobäuerinnen und -bauern in der Elfenbeinküste unter der absoluten Armutsgrenze. Wir wissen, dass FAIRTRADE vor allem dann zur Verbesserung der Situation beitragen kann, wenn die Kooperativen einen möglichst großen Teil ihrer Ernte unter FAIRTRADE-Bedingungen verkaufen können. Daher gilt es, unnötige Kosten in der Wertschöpfungskette so weit wie möglich zu vermeiden. Dabei hilft der Mengenausgleich. Dieser erlaubt es, dass FAIRTRADE-Kakaobohnen gemeinsam mit nicht FAIRTRADE-zertifizierten Kakaobohnen in den Produktionsanlagen verarbeitet werden. Dadurch wird sichergestellt, dass die FAIRTRADE-Kleinbauernfamilien ihre Rohstoffe auf unkomplizierte Weise absetzen und möglichst große Mengen ihrer Ernte zu FAIRTRADE-Bedingungen verkaufen können. So wird außerdem dafür gesorgt, dass ein großer Teil eines eventuell bezahlten Mehrpreises für FAIRTRADE-Produkte auch wirklich den Kleinbauernfamilien im Ursprung zugutekommt. Die Entscheidung darüber, ob mit Mengenausgleich gearbeitet wird oder nicht, bleibt den Unternehmen überlassen. Das Wichtige aus Sicht der Konsumentinnen und Konsumenten: Wenn ich eine Tafel FAIRTRADE-Schokolade kaufe, wird für die benötigte Menge Kakao auch der FAIRTRADE-Mindestpreis und die FAIRTRADE-Prämie an eine Kleinbauernkooperative im Ursprung bezahlt. Denn der Waren- und Geldfluss wird von einer unabhängigen Kontrollstelle überprüft. 

Weitere Informationen zum Mengenausgleich finden Sie hier.

Ist der FAIRTRADE-Ausstieg der Firma Zotter bereits beschlossene Sache?  

Ja, die Marke Zotter wird das FAIRTRADE-Siegel künftig nicht mehr verwenden. Der Lizenzvertrag endete bereits mit Wirkung 31.12.18. Aktuell laufen noch vertraglich vorgesehene Übergangsfristen, in denen das FAIRTRADE-Siegel weiter verwendet werden darf für bereits bezahlte Rohstoffe und Verpackungsmaterialien.  Josef Zotter produziert von der Bohne weg und hat alle Produktionsschritte im Haus. Die „Bean- to Bar“-Produktion soll in Zukunft stärker in den Fokus der Kommunikation gestellt werden. Dieses Alleinstellungsmerkmal möchte Zotter über ein neues, exklusives Logo kommunizieren. In Bezug auf das neue Zotter-Logo gibt es keine Zusammenarbeit oder Kontrollen durch FAIRTRADE. Wir bedauern den FAIRTRADE-Ausstieg und damit das Ende einer langen und konstruktiven Zusammenarbeit und wünschen der Familie Zotter alles Gute für die Zukunft.

Rückfragehinweis:

Mag. Peter Ehrenberger
peter.ehrenberger@fairtrade.at
Tel: + 43 1 533 09 56 DW 26
Mob.: +43 660 380 72 80