Textilunternehmen

Drei Möglichkeiten für Ihr FAIRTRADE-Engagement.

Kunden wollen ihre Kleidung mit gutem Gewissen tragen - ein deutlicher Trend, der sich in der Bekleidungsindustrie abzeichnet. Etwa 100 Millionen Menschen leben weltweit vom Baumwollanbau. Die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern im Süden sind allerdings durch schwankende Weltmarktpreise und Preissubventionen der Industriestaaten in ihrer Existenz gefährdet.

Mehr als 1,65 Mio Produzentinnen und Produzenten sind im FAIRTRADE-Netzwerk tätig, wobei eine Kleinbauernfamilie jährlich rund 1,4 Tonnen Baumwolle produziert. Weltweit sind 35-40 Millionen Kleinbauernfamilien in den Produzentenländern im Baumwollanbau tätig. Das sind mehr als im Kaffee- und Kakao- Anbau zusammen. Seit 2009 haben FAIRTRADE-Kleinbauernfamilien in Westafrika massive Abnahmeprobleme. Der Marktanteil von FAIRTRADE-Baumwolle liegt aktuell unter 1%.

Für interessierte Unternehmen bieten sich drei Möglichkeiten für Engagement an:

Das FAIRTRADE-Siegel für Baumwolle

Das FAIRTRADE-Siegel für Baumwolle steht für nachhaltig angebaute und fair gehandelte Rohbaumwolle, die direkt rückverfolgbar ist. D.h. der Weg der im Endprodukt enthaltenen Rohbaumwolle ist direkt bis zum Ursprung (= der FAIRTRADE Produzentenorganisation) verfolgbar. Die FAIRTRADE-Baumwolle kann in jeder Phase der Produktion und Verarbeitung von "nicht FAIRTRADE"‐Baumwolle getrennt weiterverarbeitet werden.

Über die Chance Ihres Unternehmens, Veränderung in der Modeindustrie in Gang zu setzen, informiert sie außerdem unser Film "Das Businessmodell mit FAIRTRADE-Baumwolle".

Das FAIRTRADE-Programmsiegel für Baumwolle

Das FAIRTRADE-Programmsiegel für Baumwolle bedeutet, dass eine vereinbarte Menge Baumwolle zu FAIRTRADE-Bedingungen eingekauft wurde und indirekt rückverfolgbar ist. Das FAIRTRADE Baumwollprogramm bietet damit ProduzentInnen zusätzliche Absatzchancen und dadurch mehr Vorteile. An den FAIRTRADE Standards in den Anbauländern ändert sich nichts.

Nähere Informationen zum FAIRTRADE-Programmsiegel für Baumwolle.

Das FAIRTRADE-Textilprogramm

Das FAIRTRADE-Textilsiegel wurde neu entwickelt. Neben dem Siegel wird eine transparente Nachricht erklären, inwieweit das Unternehmen oder die Marke für ihre jeweilige Lieferkette eine Einhaltung des Standards bereits erreicht hat. Verbraucher können erkennen, ob das Produkt aus einer Lieferkette stammt, in der existenzsichernde Löhne bereits erreicht wurden, oder ob existenzsichernde Löhne noch gemäß dem Zeitrahmen von sechs Jahren in Arbeit sind. Es wird auch gekennzeichnet, ob das Produkt FAIRTRADE-Baumwolle oder andere nachhaltige Fasern enthält.

Momentan gibt es noch kein Unternehmen, das Produkte, die nach dem Standard produziert wurden, anbietet, denn der Standard ist erst ab dem 1. Juni 2016 anwendbar. Bis eine komplette Lieferkette nach dem Standard zertifiziert wurde, wird es noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Lesen Sie hier mehr dazu.

Animationsfilm zum FAIRTRADE-Textilstandard

"Ich bin sehr froh, dass ich nie wieder konventionelle Baumwolle anbauen muss. Ohne den Einsatz der Pestizide wird auch der Boden nicht unfruchtbar und speichert mehr Wasser"

Yonli Malata, Baumwollgruppe "Yanduama" in Burkina Faso.