Fairtrade International

Faire Standards und gerechter Handel weltweit

1997 schlossen sich verschiedene Gütesiegel-Initiativen, darunter FAIRTRADE Österreich, zusammen, um alle ihre auf die Produzentenorganisationen ausgerichteten Aktivitäten zu koordinieren. Aus diesem Zusammenschluss entstand Fairtrade International, eine Nichtregierungsorganisation, mit Sitz in Bonn.

Vision und Mission

Die Vision von FAIRTRADE ist eine Welt, in der alle Kleinbauernfamilien und Beschäftigten auf Plantagen in sogenannten Entwicklungsländern ein sicheres und gutes Leben führen, ihr Potenzial ausschöpfen und über ihre Zukunft selbst bestimmen können. Die neue Strategie "Changing Trade, Changing Lives" von Fairtrade International bringt uns einen Schritt näher, dies Wirklichkeit werden zu lassen, und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Erfüllung der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung. Sie basiert auf verschiedenen Zielen, welche die Agenda von FAIRTRADE bis 2020 bestimmen werden. Das sind unter anderem:

Bessere Bedingungen für kleinbäuerliche Betriebe und Arbeitskräfte schaffen

Ein Schwerpunkt der Strategie ist es, für Kleinbauernfamilien und Beschäftigte auf Plantagen eine größere Wirkung des fairen Handels zu erzielen. Um das zu erreichen, müssen die Produzentengruppen ihre Rohstoffe auch zu FAIRTRADE-Bedingungen verkaufen können. Kakaobauernkooperativen zum Beispiel setzen aber derzeit nur 33 Prozent ihres Kakaos zu FAIRTRADE-Bedingungen ab. Es gilt also, diesen Anteil zu erhöhen. In den nächsten fünf Jahren werden diesbezüglich vor allem die Kaffee-, Kakao- und Bananenbauernfamilien sowie Beschäftigte auf Bananenplantagen unterstützt werden.

Verstärkte Wirkung über Beratungen und Förderprogramme

Produzentinnen und Produzenten benötigen über den Marktzugang hinaus weitere Unterstützung, um messbare soziale, ökonomische und umweltfreundliche Veränderungen besser zu erreichen. Die Produzentennetzwerke richten ihre Arbeit an thematischen Schwerpunkten aus, in Zusammenarbeit mit internationalen Beraterinnen und Beratern sowie Partnerorganisationen vor Ort, wie nationale FAIRTRADE-Organisationen, Unternehmen, landwirtschaftliche Beratungsdienste von Regierungen vor Ort, NROs, Gewerkschaften und Finanzdienstleister.

Die thematischen Schwerpunkte umfassen:

  • Stärkung von Organisationen und Betrieben
  • Arbeiterrechte
  • Gleichstellung der Geschlechter
  • Kinder und Jugendliche
  • Anpassung an den Klimawandel

Hauptaufgaben

Fairtrade International entwickelt die FAIRTRADE-Standards und unterstützt gemeinsam mit den Produzentennetzwerken die Produzentenorganisationen dabei, die FAIRTRADE-Zertifizierung zu erwerben und aufrecht zu erhalten.

Entwicklung der FAIRTRADE-Standards

Fairtrade International definiert die weltweit gültigen FAIRTRADE-Standards innerhalb eines Beratungsprozesses, in dem alle relevanten Interessengruppen eingebunden sind. Die Standards gelten für alle Bäuerinnen und Bauern, Arbeiterinnen und Arbeiter im FAIRTRADE-System. Auch die Händler und Unternehmen, die ihre Produkte mit dem FAIRTRADE-Siegel auszeichnen, müssen sich an die FAIRTRADE-Standards halten, ebenso Importeure, Exporteure und Lizenznehmer.

Dienstleistungen für Produzentinnen und Produzenten

Fairtrade International koordiniert und erbringt Dienstleistungen für Bäuerinnen und Bauern, Arbeiterinnen und Arbeiter und ihre Organisationen über die Produzentennetzwerke, damit sie die Anforderungen der FAIRTRADE-Zertifizierung erfüllen, und erschließt neue Marktchancen für Produzentenorganisationen. Dabei arbeitet Fairtrade International mit Produzentenberaterinnen und -beratern vor Ort zusammen, die die Produzentinnen und Produzenten auf ihren Farmen oder dem Organisationsgelände mit Schulungen, Beratung zur Zertifizierung und Kontakten zu Händlern unterstützen.

Einsatz für einen gerechten Welthandel

In Debatten mit Entscheidungsträgern und Meinungsbildnern über Handel und Entwicklung setzt sich Fairtrade International zusammen mit anderen internationalen FairTrade Organisationen - wie WFTO (World Fair Trade Organization), NEWS (Network of European Worldshops) und EFTA (European Fair Trade Association) - öffentlich für einen gerechten Welthandel ein.

Als "Fairtrade Advocacy Office" steht der Zusammenschluss dieser Organisationen und Fairtrade International im Dialog mit Repräsentantinnen und Repräsentanten der Europäischen Kommission und des Europaparlaments und versucht auf die EU einzuwirken, um FAIRTRADE  und Handelsgerechtigkeit in der europäischen Politik zu verankern.

"A strong advocate for the power of FAIRTRADE provides social, economic and environmental conditions necessary for farmers to take control of their lives and produce real and long-lasting development.

Marike de Peña, Vorstandsmitglied von Fairtrade International