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Weltladentag: Frauenrechte im Mittelpunkt

Der Faire Handel fördert die gesellschaftliche Stellung und die Achtung der Frauen im globalen Süden.

Mehr als eine Milliarde Menschen müssen mit weniger als einem US-Dollar am Tag auskommen; 70 % davon sind Frauen. Auch wenn es um Bildung oder Gesundheitsvorsorge geht, sind es vor allem Frauen, die zum Verzicht gezwungen werden. Der Faire Handel trägt dazu bei, diesen Missstand zu beseitigen. In den Prinzipien des Fairen Handels ist die Gleichstellung von Mann und Frau verankert. Themen wie Mutter-, Umwelt- und Frauenschutz, HIV-Prävention, Verbot der Diskriminierung und Zugang zur Bildung bilden Grundlagen des Fairen Handels. Am 14. Mai ist Weltladentag und die österreichischen Weltläden rücken das Thema Frauenrechte in den Mittelpunkt!

"Der Faire Handel fördert die gesellschaftliche Stellung und die Achtung der Frauen im globalen Süden", erklärt Gudrun Danter, Geschäftsführerin der ARGE Weltläden. Die Frauen erhalten ein fixes, regelmäßiges Einkommen, mit dem sie zum Familieneinkommen beitragen können. Das Geld ermöglicht ihnen Zugang zu Bildung, Gesundheits- und Altersvorsorge. Und selbst wenn Frauen und Mädchen nicht selbst Mitglied in einer Kooperative des Fairen Handels sind, profitieren sie trotzdem von den Strukturen des Fairen Handels, da diese beispielsweise Stipendien oder Kinderbetreuungseinrichtungen finanzieren.

Schon heute arbeiten viele Frauen im globalen Süden in diversen Fabriken und Unternehmen. Im Gegensatz zu Männern leisten sie jedoch tendenziell Vorbereitungsarbeit, während der Verkauf und damit die direkte Einnahme des Erlöses von Männern erledigt wird. Zudem ist nicht gewährleistet, dass den Frauen ihr selbst verdientes Geld zugestanden wird.

Die Kooperativen des Fairen Handels nehmen sich dieser Probleme an. Frauen steigen im gesellschaftlichen Ansehen, wenn sie selbst Geld verdienen. Durch ein zweites Einkommen ist es den Familien zudem möglich, alle Kinder zur Schule zu schicken und ihnen so Aussicht auf ein besseres Leben zu geben. Weiters wird durch die Arbeit das Selbstbewusstsein der Frauen gestärkt und somit die Gleichstellung vorangetrieben. Workshops zur Geschlechtergerechtigkeit geben auch Männern die Möglichkeit, über die traditionellen Rollenbilder nachzudenken und Vorteile der Gleichberechtigung zu erkennen. "Wir sind auf einem guten Weg", resümiert Gudrun Danter.

Perspektiven durch den fairen Handel

Ein Beispiel dafür, wie der Faire Handel das Leben von Frauen verändert, ist Dhaka Handicrafts, eine Kooperative in Bangladesch, in der regionale Materialien wie Bambus und Jute verarbeitet werden. Früher war es ihnen nicht einmal erlaubt, das Haus zu verlassen. Durch Heimarbeit, die sie für die Fair-Handels-Organisation leisten konnten, verdienten sie Geld und es wurde ihnen Respekt entgegengebracht. Heute besuchen auch Mädchen die Schule, was diesen wiederum viele Möglichkeiten eröffnet.

"Dhaka Handicrafts ist glücklicherweise nur ein Beispiel von vielen, das zeigt, wie sich dank des Fairen Handels die Stellung der Frau in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht verbessert", erläutert Gudrun Danter. "Einen wichtigen Part in diesen Veränderungen spielt nicht nur einfach der Zugang zum Arbeitsmarkt, sondern die Wertschätzung der Arbeit der Frauen, der faire Lohn und selbstverständlich auch das Kursangebot, das Alphabetisierung und ProduzentInnen-Know-How umfasst."